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Was bedeutet es, psychisch krank zu sein? Diese Frage versucht die Studie “Gesund in kranker Umgebung” von David Rosenhan zu psychiatrischen Diagnosen zu beantworten (vgl. Rosenhan, 1983). “Psychische Störung” bezeichnet ein Muster der Ausprägung der Psyche, die Leidensdruck verursacht und eine beschränkte Alltagsbewältigung mit sich bringt. 

Für die Studie haben sich psychisch gesunde Menschen in psychiatrischen Einrichtungen mit den vorgespielten Symptomen – Stimmen zu hören-, vorgestellt und einweisen lassen. In der Anstalt selbst sollten sie die Psychiater jedoch nicht weiter täuschen, sondern rückmelden, dass die Symptome aufgehört haben. Trotzdem kamen die Psychiater bei der Mehrzahl der Scheinpatienten zu dem Schluss, dass sie psychisch krank waren, ließen sie von 7 bis 50 Tagen in der Klinik und diagnostizierten einige mit schweren Krankheiten wie Schizophrenie und Depression. Für Rosenhan galt dies als objektive Grundlage dafür, dass es für klinische Psychologie und die Kategorisierung in psychisch krank und gesund keine objektive, rationale Grundlage gibt. Darüber hinaus bezeichnete er die Maßnahmen in psychiatrischen Kliniken als persönlichkeitszerstörend.

Seine Schlussfolgerung war, dass die Situation das Verhalten und dessen Interpretation stark beeinflusst und deshalb Verhalten, das außerhalb psychiatrischer Anstalten als unauffällig gelten würde, innerhalb ebendieser Anstalten mitunter als krankhaft interpretiert wird bzw. sogar als Beleg der psychischen Störung angesehen würde. Darüber hinaus würden sich die Meinungen und Beobachtungen der Pflegekräfte und Psychiater sehr stark an bisherigen Diagnosen stützen und somit sei die einmal getroffene Diagnose einer psychischen Störung in der Folge schwer widerrufbar.

Zwischenzeitlich ist die Validität von Rosenhans Studie verschiedentlich angezweifelt worden. So wurden etwa in seinem Nachlass mehrere Indizien für manipulierte Ergebnisse und inkorrekte Schlüsse gefunden.

Es bleibt also offen, inwiefern die Behandlung in Kliniken generell abzulehnen ist. Plausibel ist, dass die Therapie grundsätzlich schnell an ihre Grenzen stößt, da Psychiater stark auf introspektive Feststellungen der Patienten angewiesen sind. Jedoch ist zu beachten, dass sich seit Rosenhans Studie in den 1970ern in der Therapie und klinischen Psychologie viel verändert hat und weiterhin verändert wird.

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