Das Konstruieren einer Wirklichkeit

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Wie entsteht das, was wir als Welt erleben? Heinz von Foerster legt dar, dass aus konstruktivistischer Sicht die Wirklichkeit nicht passiv abgebildet, sondern aktiv durch den Erkennenden hervorgebracht wird (vgl. Von Foerster, 1983). „Wechselworte“ war ein Versuch, bei dem Probandinnen und Probanden in ständiger Wiederholung das Wort „cogitate“ vorgespielt wurde. Nach vergangener Zeit nahmen sie andere Wörter wahr, die gar nicht mehr dem eigentlichen Wort entsprachen. Übertragen können wir uns also selbst bei einer einfachen Tätigkeit, wie dem Erkennen desselben Wortes, nicht auf unsere Wahrnehmung verlassen.

Ein weiterer Aspekt dabei ist die sensorische Substitution. Beeinträchtigte bzw. defekte Sinneszellen können mittlerweile durch artifizielle ersetzt werden, bspw. bei Chochlea-Implantaten. Reize werden dabei über einen elektrischen Impuls übermittelt. Nach einiger Zeit lernen damit ausgestattete Personen völlig unbewusst, die neuen Reize zu verarbeiten: Trotz geschädigtem Gehör nehmen sie allmählich wieder Töne und Geräusche wahr. 

Um eine Wirklichkeit konstruieren zu können, arbeitet unser Gehirn rekursiv, indem alle Wahrnehmungen auf den Schlüssen von vorherigen basieren. Außerdem errechnen wir uns oft die Wirklichkeit, indem wir versuchen, Regeln zu erkennen, die wir dann zu einem Konzept der Wirklichkeit „zusammenbasteln“. Dadurch errechnen wir uns eine Beschreibung der Wirklichkeit, statt der Wirklichkeit selbst. Die Funktionsweise unserer Nervenzellen und Synapsen selbst belegt, dass jede Reizübermittlung einen leichten Einfluss auf die folgende hat. Dieses theoretische Wissen haben wir anschließend in einem Praxisbeispiel überprüft. So versuchten wir selbst in einem Rästel, Regeln in Bildern zu erkennen, um auf die nächsten Bilder schließen zu können. Darüber hinaus wurde auch noch die Komplexität der menschlichen Wahrnehmung thematisiert. Wenn man Hör- und Seheindrücke vergleicht, merkt man schnell, dass unsere Eindrücke ohne eine Abstraktion nicht zusammengeführt werden. Dabei betrachteten wir neuronale Prozesse als ein selbstregelndes System, was statt einer objektiven Feststellung die Bedeutungszuschreibung zum Ziel hat.

Fazit war, dass wir unsere Realität aus unserer Wirklichkeit konstruieren. Nur das eigene Bewusstsein ist gewiss, über alles andere können wir uns nicht sicher sein. Der Solipsismus (solus=allein, ipse=selbst) beschreibt diese Vorstellung auf die Spitze getrieben. Obwohl dies auf den ersten Blick wie eine plausible Schlussfolgerung auf den Konstruktivismus wirkt, konnten wir uns im Kurs jedoch nicht überzeugen, dass es außer unserer konstruierten Wirklichkeit keine Realität gibt.

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