In der Kurseinheit beschäftigten wir uns zunächst damit, wie empirische wissenschaftliche Untersuchungen aufgebaut sein können und welche Aspekte bei ihrer Durchführung eine Rolle spielen. Dabei unterschieden wir verschiedene Arten von Untersuchungen. Eine deskriptive Untersuchung dient dazu, ein bestimmtes Phänomen zunächst zu beschreiben. Bei einer explorativen Untersuchung wird ein bisher wenig erforschter Bereich erkundet und es werden mögliche Zusammenhänge untersucht. Ein Experiment geht dagegen einen Schritt weiter und überprüft eine bestimmte Fragestellung oder Hypothese gezielt.
Anschließend betrachteten wir, unter welchen Bedingungen Experimente durchgeführt werden können. Bei einem Laborexperiment lassen sich die Untersuchungsbedingungen besonders gut kontrollieren. Dadurch können störende Einflüsse reduziert und einzelne Faktoren gezielt untersucht werden. Gleichzeitig kann die künstliche Situation dazu führen, dass die Ergebnisse weniger gut auf den Alltag übertragbar sind. Bei einem Feldexperiment findet die Untersuchung dagegen unter natürlicheren Bedingungen statt. Dadurch kann die externe Validität, also die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Situationen und die Realität, höher sein. Gleichzeitig sind die Bedingungen weniger gut kontrollierbar.
Neben der externen Validität spielt deshalb auch die interne Validität eine wichtige Rolle. Sie beschreibt, inwieweit man innerhalb einer Untersuchung tatsächlich darauf schließen kann, dass die beobachteten Veränderungen durch die Variation der Gruppenbedingungen verursacht wurden und nicht durch andere Einflussfaktoren. Damit stehen interne und externe Validität teilweise in einem Spannungsverhältnis, denn eine möglichst starke Kontrolle der Bedingungen kann die interne Validität erhöhen, während eine möglichst realitätsnahe Untersuchung die Übertragbarkeit der Ergebnisse verbessern kann.
Um solche Zusammenhänge untersuchen zu können, müssen außerdem die Variablen einer Untersuchung festgelegt werden. Die unabhängige Variable ist dabei der Faktor, der gezielt verändert wird. Die abhängige Variable beschreibt die beobachtete Reaktion beziehungsweise das Ergebnis, das durch die Veränderung beeinflusst werden soll. Zusätzlich ist die Randomisierung wichtig. Dabei werden Personen zufällig den verschiedenen Untersuchungsbedingungen zugeordnet. So soll verhindert werden, dass bereits bestehende Unterschiede zwischen den Gruppen die Ergebnisse beeinflussen.
Im zweiten Teil der Kurseinheit beschäftigten wir uns mit der Frage, was Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten ausmacht. Dazu sammelten und diskutierten wir verschiedene Merkmale, die wir mit wissenschaftlichem Vorgehen verbinden. Ein zentraler Punkt war die Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Aussagen. Ergebnisse sollten so zustande kommen, dass andere nachvollziehen können, wie sie gewonnen wurden, und die zugrunde liegenden Annahmen kritisch überprüfen können. Die Falsifizierbarkeit wissenschaftlicher Aussagen ist eines der wichtigsten Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten, denn wissenschaftliche Aussagen müssen grundsätzlich so formuliert sein, dass sie durch Beobachtungen oder Untersuchungen widerlegt werden können.
Eng damit verbunden ist die Reproduzierbarkeit. Wissenschaftliche Ergebnisse sollten nicht ausschließlich unter einmaligen Bedingungen oder durch eine einzelne Person entstehen, sondern unter vergleichbaren Bedingungen erneut überprüft werden können. Dafür ist eine möglichst genaue Dokumentation des Vorgehens notwendig. Nur wenn nachvollziehbar ist, wie eine Untersuchung durchgeführt wurde, können andere Forschende die Ergebnisse überprüfen und gegebenenfalls reproduzieren. Auch die Dokumentation gescheiterter Vorgehensweisen ist dabei essenziell, damit andere Forschende die Untersuchungsergebnisse überprüfen und exakt replizieren können.
Als weiteres Merkmal nannten wir die Methodenreflexion. Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet nicht nur, Ergebnisse zu betrachten, sondern auch die verwendete Methode kritisch zu hinterfragen. Dabei muss beispielsweise geprüft werden, ob die gewählte Methode tatsächlich geeignet ist, die Fragestellung zu beantworten, und welche möglichen Einflussfaktoren oder Einschränkungen berücksichtigt werden müssen.
Auch Objektivität und Transparenz waren für unsere Überlegungen wichtige Aspekte. Wissenschaftliche Ergebnisse sollten nachvollziehbar dargestellt werden, sodass andere sie kritisch diskutieren können. Dabei muss innerhalb der Wissenschaft nicht immer Einigkeit bestehen. Es kann sowohl Konsens als auch Dissens geben. Entscheidend ist, dass unterschiedliche Positionen begründet und anhand nachvollziehbarer Erkenntnisse diskutiert werden können.
Schließlich sahen wir den Erkenntnisgewinn als ein wesentliches Ziel wissenschaftlichen Arbeitens. Wissenschaft soll dazu beitragen, neue Erkenntnisse zu gewinnen, Zusammenhänge zu verstehen und bestehendes Wissen weiterzuentwickeln. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind dabei aber nicht unveränderlich, da neue Untersuchungen bisherige Annahmen ergänzen, verändern oder widerlegen können.