Evielina Herasymenko
Yaren Bayram
1 | Einleitung
Die Linguistik ist jene Wissenschaft, welche sich mit Sprache, ihren Funktionen und ihrer Entwicklung beschäftigt. (Linke, Nussbaumer, und Portmann 1) In dieser Dokumentation wird das linguistische Phänomen der Schimpfwörter und Beleidigungen untersucht. Im Vordergrund steht die Annahme, dass diese nicht nur der Beleidigung dienen, sondern auch weitere pragmatische Funktionen erfüllen. Somit gehört die folgende Untersuchung in den Teilbereich Pragmatik, welche die Wissenschaft der sprachgebundenen kontextabhängigen Handlung ist (Kortmann 173). Schimpfwörter sind stark konnotative Wörter und Ausdrücke, die dazu verwendet werden, sowohl intensive positive, als auch intensive negative Emotionen auszudrücken und in bestimmten Fällen seinem Gesprächspartner parallel eine Information zu vermitteln. (Jay und Janschwewitz). Dies weist darauf hin, dass weitere Nutzungsmöglichkeiten eines Schimpfwortes existieren können, die nicht ausschließlich von kränkender Natur sind. Vielmehr können solche Ausdrücke je nach Kontext unterschiedliche kommunikative und pragmatische Funktionen erfüllen. Zu besagtem Kontext sind nicht nur Variablen die im Bezug zu den Sprechenden stehen relevant, wie Zeit oder Ort, sondern auch personenbezogene Variablen, wie der soziale Status, das Alter, das Gender, die Religion, das Ausmaß des emotionalen Ausdrucks und Kultur des Sprechers, die Beziehung des Sprechers zum Hörer und ob die deutsche Sprache die Erstsprache der Sprechenden ist (Jay und Janschwewitz).
Die folgende Forschung geht der Frage nach, welche anderen pragmatische und kommunikativen Funktionen Schimpfwörtern zugeschrieben werden können und inwiefern diese verschiedenen Faktoren die Nutzung und die Bedeutungsmöglichkeiten dieser beeinflussen.
2 | Literaturteil
2.1 | Funktionen und Begriffe
Timothy Jay und Kristin Janschwewitz (268) kamen zu dem Schluss, dass Menschen lernen, wann es in welchem Kontext angebracht ist, im Gespräch mit bestimmten Personen Schimpfwörter zu benutzen. In ihrer Studie wird betont, dass für das Einordnen eines Schimpfwortes als unhöflich, ein “offensiveness judgment” wichtig ist, also eine Beurteilung, inwiefern das Gesagte als beleidigend aufgefasst wird. Diese Beurteilung unterliegt diversen Variablen, beispielsweise dem Ort, an dem das zu betrachtende Wort fällt. Solche Einflüsse bezeichnet man als situative Variablen und stehen anderen, qualitativen Variablen gegenüber. Qualitativen Variablen beschreiben Faktoren wie die Sprecher-Hörer-Beziehungen, aber auch die Beziehung der Beteiligten zu der gebrauchten Sprache. Es wird hier zwischen Erstsprachlern – Menschen welche eine Sprache als Erstes erlernt haben – und Sprecher, welche die gesprochene Sprache als zweites, drittes, etc. gelernt haben, differenziert. Erstsprachler oder auch Personen, die der angewandten Sprache fließend mächtig sind, besitzen eine größere Ansammlung an Wissen und Feingefühl dafür, wann ein Schimpfwort als höflich oder unhöflich eingeordnet werden kann (Jay und Janschwewitz 1).
Anders als andere Wörter werden Schimpfwörter vorwiegend auf Grund ihrer konnotativen Bedeutung Willen genutzt und werden zur Expression von Emotionen oder Assoziationen verwendet (Jay und Danks). Die Wörter, die für besagte Expression angewandt werden, können als unhöflich, höflich oder auch als weder noch, kategorisiert werden. Nach Brown und Levinson ist Höflichkeit eine Handlungsweise des Sprechers, die eine soziale Harmonie konstruieren soll. Es soll vermieden werden dem Zuhörer zu nahe zu treten und einen “face threatening act”, durchzuführen, d.h. durch eine bestimmte sprachliche Handlung das öffentliches Selbstbild des Sprechers – sein “face”- zu verletzen (Brown und Levinson).
In ihrer Studie “The pragmatics of swearing” unterscheiden Timothy Jay und Kristin Janschwewitz zwischen dem absichtlichen und unkontrollierten Schimpfen, was durch emotionale und neurologische Faktoren zu belichten ist und ebenso eine der Variablen zur Nutzung von Schimpfwörter ausmacht. Das Fluchverhalten eines Menschens hängt von der Funktionsfähigkeit der Gehirnbereiche ab, die an den ablaufenden kognitiven Kontrollprozessen beteiligt sind, d.h. dass im Fall einer Beschädigung oder neurologischen Erkrankungen zu einer Änderung im Verhalten kommen kann, wodurch auch das Fluchen beeinflusst wird.
Der andere Faktor, der in dieser Forschung untersucht wird, ist das Gender der Person und welchen Zusammenhang es mit dem Fluchverhalten hat. Männer tendieren dazu, in einer Situation, in welcher sie wütend oder frustriert sind, zu fluchen (Bird und Harris). Auch das Gender des Hörers hat einen Einfluss. Männer benutzen Wörter, die als beleidigender gelten als die, die Frauen nutzen. Dieses beleidigende Sprachverhalten der Männer ist häufiger bei der Kommunikation mit anderen Männern zu beobachten(Jay und Janschewitz). Ein Großteil unserer Bevölkerung tendiert dazu, zu fluchen, wenn Hörer und Sprecher desselben Geschlechts sind. Dieser Trend entwickelt sich bereits in der frühen Kindheit und setzt sich bis ins Erwachsenenalter fort (Jay und Janschewitz).
Weitere ausschlaggebende Faktoren, nach Jay und Janschewitz, sind die soziokulturellen Faktoren, die das Verhalten einer Person beeinflussen und sehr von Kultur zu Kultur variieren. Zum Beispiel wird Fluchen in der Umgebung von bestimmten Personen als absolut unhöflich wahrgenommen und dafür in einer anderen Kultur nur leicht unerwünscht. Soziokulturelles Wissen über Unhöflichkeit wird als Ergebnis des Kontakts mit einer Kultur erworben. Das Fluchverhalten wird demnach dadurch erlernt, dass in einer bestimmten Kultur die beleidigende Äußerungen auf eine bestimmte Weise zu Bestrafungen führen oder von der Gemeinschaft als gleichgültig aufgefasst wird (White). Reaktionen auf Fluchen sind deutlich von Macht- und Statusverhältnissen abhängig. Auch der sozial-räumliche Kontext der Kommunikation, ob das Fluchen an einem öffentlichen oder privaten Ort stattfindet, sowie der Grad der Formalität des Anlasses, in dem das Gespräch stattfindet, zählen zu den beeinflussenden Faktoren (Jay und Janschwewitz).
In dieser Forschung wird untersucht, ob Schimpfwörter nur Beleidigungen sind oder auch weitere pragmatische Funktionen haben. Außerdem überprüfen wir, welche sozialen Faktoren auf sie Einfluss nehmen.
3 | Methodik
In dieser Studie wird eine Umfrage als Forschungsmethode benutzt, da diese möglichst aktuelle und authentische Antworten im Zusammenhang mit den sozialen Faktoren der Teilnehmer liefert.
Im Gegensatz zu der Korpora-Forschungsmethode bietet die für diese Forschung erstellte Umfrage die Möglichkeit, direkt die Relation der sozialen Faktoren – in unserer Umfrage: Alter, Gender, Erstsprache und sozialer Stand (durch indirekte Fragen abgefragt) – zu sammeln. Dies wird dadurch erreicht, dass die Umfrage sowohl quantitative Fragen (Ja/Nein-Fragen, 1-5 Skala, Multiple-Choice-Fragen) als auch qualitative, d.h. ein offenes Textfeld zur Beantwortung, beinhaltet. Da die Nutzung von Schimpfwörtern bzw. Beleidigungen sehr von der Persönlichkeit abhängig ist, bieten offene Fragen eine authentische und breitere Spanne an den am häufigsten benutzten Schimpfwörtern.
Das linguistische Phänomen der Schimpfwörter wird nicht nur durch globale, kulturelle und soziale Faktoren definiert, sondern auch durch individuelle Faktoren (Jay und Janschwewitz 271-273). Daher mussten auch Fragen zu der Impulsivität und Emotionalität der Teilnehmenden erfasst werden, da diese einen unmittelbaren Einfluss auf die Nutzung der Schimpfwörter haben.
In dieser Forschung wird untersucht, ob Schimpfwörter weitere pragmatische Funktionen haben. Das bedeutet, dass der Kontext im Zusammenhang mit den vorliegenden Variablen betrachtet werden muss. In der durchgeführten Umfrage wurden Fragen bezüglich der Aspekte des Machtverhältnisses, des Alters, der Bekanntheit, der Beziehung des Sprechers mit dem Hörer und der Situation zum Zeitpunkt einer Aussage, welche die Schimpfwörter beinhaltet, getroffen wird, gestellt.
4 | Ergebnisse
4.1. | Gender
Mithilfe der Umfrage wurde herausgefunden, dass Frauen sich selbst als eher impulsiv einschätzen, während Männer sich eher als selbstbeherrscht einschätzen. Bei den niedrigen Impulsivitätstufen 2, 3 und 4 überwiegen die Stimmen der männlichen Teilnehmer, während bei Stufen 5 bis 8 sich mehr Frauen als Männer eingeschätzt haben.
Tendenziell neigen Frauen im Vergleich zu Männern dazu, sich von ihren Emotionen überwältigt zu fühlen (Graph 1).

Graph 1: Überwältigung von Emotionen. (Männer: dunkelgrau, Frauen: hellgrau)
Zudem fluchen Männer beabsichtigt mit ca. 18% öfter als Frauen mit ca. 16%. Sie nutzen hingegen häufiger impulsiv Schimpfwörter (37%) als Männer (30%).
Die Mehrheit der Teilnehmer, unabhängig von Gender, ist der Meinung, dass es möglich ist, Schimpfwörter zu benutzen, ohne die angesprochene Person beleidigen zu wollen. Allerdings fluchen Männer häufiger aus Frustration als Frauen (Graph 2).

Graph 2: Fluchen aus Frust. (Männer: dunkelgrau, Frauen: hellgrau)
4.2. | Sozialer Stand
Es wurde beobachtet, dass Menschen mit einem höheren sozialen Stand impulsiver sind. Außerdem ist es zu erkennen, dass Menschen mit höherem Sozialstatus eher der Meinung sind, dass Schimpfwörter auch positiv konnotiert sein können, während bei den Teilnehmern, die denken, dass Schimpfwörter nicht positiv konnotiert sein können, keine Menschen aus einem höheren sozialen Stand vorzufinden sind (Graph 4).

Graph 4: Schimpfwörter positiv konnotiert (Ja/Nein) und Anzahl der Badezimmer.
4.3. | Kontext
Um Kontext und seine Auswirkung auf die Nutzung zu beurteilen, wurde in der Umfrage gefragt, in welchen Situationen es akzeptabel ist, Schimpfwörter zu benutzen. Für fast 30% der Teilnehmer ist es allgemein nicht akzeptabel, zu fluchen und nur für fast 5% ist es in allen Situationen akzeptabel. Eine deutliche Mehrheit findet es akzeptabel, in Gesprächen mit Freunden oder Geschwistern zu fluchen (Graph 4).

Graph 4: Schimpfwörter in unterschiedlichen Situationen un(akzeptabel).
Der Großteil der Teilnehmer der Umfrage benutzt Schimpfwörter, wenn die Situation schlecht oder nicht so wie erwartet abläuft – 73% wenn diese schlecht abläuft und 43% wenn sich der Sprecher erschreckt. Ein weiterer Auslöser sind starke Emotionen, vor allem Begeisterung, welche zusammen 61% ausmachen.
Es lässt sich daher feststellen, dass Schimpfwörter auch andere pragmatische Funktionen, außer Beleidigungen, haben. 15% der Teilnehmer nutzen sie nämlich als Kompliment. Auch auf sozialer Ebene haben diese eine kommunikative Funktion, da 43% der Befragten Schimpfwörter benutzen, wenn sie gerade in ihr Umfeld passen (Graph 5).
Wichtig ist aber zu bemerken, dass die Mehrheit sich durch die Nutzung von Schimpfwörter trotzdem nicht zu einer Gruppe zugehöriger fühlt (74%) und wenn, dann sind diese mit 19% überwiegend Männer, während nur 9% der Frauen dies so empfinden.

Graph 5: Auslöser der Schimpfwörter
Um die Auswirkung der Beziehung zwischen dem Sprecher und dem Hörer näher zu betrachten, wurde die Äußerung Du dummer Bastard. in der Umfrage benutzt, wobei die Teilnehmer beurteilen sollten, wie beleidigend sie diese Aussage empfinden, wenn diese von unterschiedlichen Personen geäußert wird.
Unabhängig vom Gender des Sprechers, fand die Mehrheit (58%) Du dummer Bastard. von einer alten fremden Person sehr beleidigend, wobei weitere (23-24%) diese als ziemlich beleidigend empfunden. Wenn dieselbe Aussage von einer fremden aber jüngeren Person kommt, wird diese als weniger beleidigend angesehen, als von einer alten Person, vor allem, wenn es von einer Frau kommt. In diesem Fall empfinden es 51% als sehr beleidigend, wenn es von einem Mann kommt und 42%, wenn es eine Frau äußert. Als ziemlich beleidigend sehen das entsprechend 30% und 39% der Befragten.
In dem Fall, dass Du dummer Bastard. von einem Elternteil, unabhängig von dessen Gender, kommt, empfindet das die Mehrheit (fast 80%) als sehr beleidigend. Auch von einer Autoritätsperson kommend, wird diese Aussage von 75% der Befragten als sehr beleidigend angesehen. Du dummer Bastard. von einem Partner beurteilen 51% der Teilnehmer als sehr beleidigend, folgend mit 21%, die diese als ziemlich beleidigend sehen. Zusammen mit den Daten bezüglich der Eltern bildet es ein Trend, dass die Menschen, wenn es sich um ihnen wichtigen Personen handelt, sensibler mit Beleidigungen umgehen, wobei aber Freunde eine große und deutliche Ausnahme sind, da die Beleidigung Du dummer Bastard. von Freunden meist als kaum oder überhaupt nicht beleidigend angesehen wird.
4.4. | Wie man flucht
Die meisten Flüche beziehen sich auf nicht lebende Dinge – unabhängig vom Gender verwenden die befragten Menschen zu 85% Schimpfwörter, welche auf Situationen oder Zustände und zu 52% auf Gegenstände gerichtet sind. Flüche, die auf andere Menschen gerichtet sind, werden mit 16% und 21% ziemlich gleich oft auf wichtige und bekannte Menschen gerichtet. Fast ein Fünftel der Teilnehmer richten allerdings ihre Flüche auf nichts beziehungsweise niemanden (Graph 6).

Graph 6: Worauf sind die Schimpfwörter gerichtet?
Mehrheit der Frauen neigt dazu, öfter mit einer beleidigenden Intention zu fluchen, während Männer überwiegend mit ihren Schimpfwörtern eher neutral sind oder nur manchmal absichtlich beleidigen (Graph 7).

Graph 7: Nutzung von Schimpfwörtern ohne beleidigende Absicht. (v.l.n.r. nie – häufig; v.u.n.o. Anzahl der Stimmen)
4.5 | Wer flucht wie?
Personen deren Erstsprache Deutsch ist, tendieren dazu Dinge wie Zustimmung ebenfalls auf Deutsch auszudrücken, anstatt zu gängigen Anglizismen wie Hell yeah oder vulgären Varianten wie Fuck yeah zu greifen. Beleidigungen beziehungsweise ursprünglich negativ konnotierte Begriffe werden in solchen Situationen, in denen Aufrichtigkeit gefragt ist, gemieden und eher in der Zuersterlenten Sprache ausgedrückt.
5 | Diskussion
Bei der Frage, wie beleidigend Du dummer Bastard von unterschiedlichen Personen war, waren mehrere Muster zu identifizieren. Erstens, ist die Aussage beleidigender, wenn sie von einer alteren fremden Person im Vergleich zu einer jungen Person.
Da es bei beiden Eltern und einem Partner als sehr beleidigend beurteilt wurde, wäre es zu vermuten, dass eine Beleidigung von einer wichtigen Person beleidigender ist, als von fremden Menschen. Allerdings ist es bei den Freunden das komplette Gegenteil, da hier Du dummer Bastard eher als gar nicht oder kaum beleidigend angesehen wird, obwohl es auch die Menschen sind, mit denen der Hörer eine enge und vertrauensvolle Beziehung hat.
Dies könnte unterschiedliche Gründe haben, zum Beispiel, dass man mit den Freunden die Grenzen, wann etwas zu beleidigend wird, nicht so konkret und nah setzt oder dass man mit den Freunden einen Humor verwenden kann, wo man weniger über mögliches Verletzungspotential seiner Witze nachdenkt.
6 | Fazit
Nach dem Fertigstellen der Umfrage wurde diese veröffentlicht und per WhatsApp an potenzielle Teilnehmende weitergeleitet. Aufgrund der Tatsache, dass die Umfrage hauptsächlich die Jugendlichen im Alter von 15-19 Jahren erreicht hat, kann diese nicht als vollkommen repräsentativ betrachtet werden, da andere Altersgruppen nicht in einer genügenden Menge repräsentiert werden können.
In dieser Studie wurde untersucht, ob Schimpfwörter, die von Jugendlichen benutzt werden, nur Beleidigungen sind oder auch weitere pragmatische Funktionen erfüllen und von welchen sozialen Faktoren dies beeinflusst wird. Es wurde festgestellt, dass die Schimpfwörter nicht nur zum Zweck der Beleidigung benutzt werden, sondern auch als Komplimente auszudrücken oder als Weg, starke Emotionen, zum Beispiel Wut oder Überraschung, zu vermitteln. Zudem dienen sie als Mittel, um mehr Zugehörigkeitsgefühl oder Überzeugungskraft für sich zu gewinnen oder sie formen eine Sprechweise, die in einer Gruppe etabliert ist.
Auf die Nutzung der Schimpfwörter haben mehrere Faktoren Einfluss. Frauen schätzen sich als impulsiver ein und fühlen sich im Vergleich zu Männern häufiger von ihren Emotionen überwältigt. Darüber hinaus fluchen Frauen auch impulsiver als Männer, während diese eher beabsichtigt fluchen und in Kombination mit Frustration fluchen. Menschen mit einem höheren sozialen Stand schätzen sich selbst als impulsiver ein und sind meist der Meinung, dass Schimpfwörter auch eine positive Konnotation tragen können.
Viele Jugendliche empfinden es akzeptabel als zu fluchen, wenn ein Gespräch zwischen ihren Freunden oder mit Geschwistern stattfindet, zögern allerdings, wenn es zu Fluchen in Unterhaltungen mit Autoritätspersonen oder Eltern kommt. Am häufigsten werden Schimpfwörter benutzt, wenn der Sprecher starke Emotionen erlebt oder wenn eine Situation von einer unerwarteten Wendung beeinflusst wird.
Am beleidigendsten werden jene Beleidigungen, die von fremden Personen und Eltern gesprochen werden, wahrgenommen. Hingegen werden Schimpfwörter, die von Freunden kommen, eher als nicht beleidigend empfunden.Ein Großteil der Schimpfwörter ist nicht auf lebende Dinge gerichtet, sondern auf Situationen und Gegenstände. Die Jugendlichen, deren Erstsprache Deutsch ist, tendieren eher dazu, sich auf Deutsch auszudrücken, anstatt zu Anglizismen zu greifen.
7 | Quellen
Brown, Penelope and Stephen Levinson (1987 [1978]). Politeness: Some Universals in Language Usage. Cambridge: Cambridge University Press.
Jay, Timothy B. (1992). Cursing in America. Philadelphia: John Benjamins.
Jay, Timothy B. (2000). Why We Curse. Philadelphia: John Benjamins.
Jay, Timothy B. and Kristin Janschwewitz (2008). The pragmatics of swearing.
Jay, Timothy B. and Joseph Danks (1977). Ordering of taboo adjectives. Bulletin of the Psychonomic Society 9: 405408.
Kortmann, Bernd (1999) English Linguistics: Essentials.
Linke, Angelika, Nussbaumer, Marcus und Portmann, Paul (2004). Studienbuch Linguistik.