Klimamythos: Stimmen die Prognosen?

Wissen wir denn so genau, dass die Prognosen stimmen?
Meine Wetter-App liegt oft daneben. Wissenschaft muss falsifizierbar sein, wenn sie nicht Ideologie sein will. Es sind sich ja auch gar nicht alle Fachleute einig.

Verschiedene Klimamodelle sagen eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur in den nächsten Jahrzehnten voraus.[1]
Vorliegende Aussage zweifelt die Richtigkeit der „Prognosen“ an. Es wird angenommen, es seien die Prognosen zur Erhöhung der durchschnittlichen Oberflächentemperatur gemeint.
Im Folgenden wird betrachtet, inwiefern die angeführten Argumente die Annahme stützen, die Prognosen zur durchschnittlichen Oberflächentemperatur sein falsch.

Das erste Argument vergleicht Klimamodelle mit Wettervorhersagen. Allerdings hängen Klimamodelle von anderen Faktoren als Wettervorhersagen ab. So haben die für die Wettervorhersagen wichtige Eigenschaften der Atmosphäre, also z.B. Windrichtung, weniger auf Einfluss auf Ergebnisse der Klimamodelle. Diese hängen mehr von Klimasystem-Faktoren wie Ozeanen, Eisflächen und Ökosystemen ab.[2]

Das zweite Argument führt an, dass die Modelle falsifizierbar sein müssen, sonst handele es sich um eine Ideologie. Falsifizierbarkeit nach Popper bedeutet, dass eine experimentelle Überprüfung möglich ist, die eine Theorie widerlegen könnte. [4] Da Klimamodelle überprüfbare Vorhersagen treffen, sind sie also falsifizierbar und somit wissenschaftlich. Eine Überprüfung vergangener Modelle zeigt, dass Vorhersagen übers Klima in der Vergangenheit in 9 aus 17 Fällen in Bezug auf die vorhergesagte Durchschnitttsoberflächentemperatur unter Berücksichtigung der im Model enthaltenen Unsicherheiten konsistent korrekt waren. [3]

Das bedeutet allerdings nicht per se, dass sie falsch sind. Falsifizierbarkeit ist also kein Grund zur Annahme, die Klimamodelle seien falsch.

Das dritte Argument stellt fest, dass sich nicht alle Fachleute einig sind. Sechs unabhängige Studien haben erarbeitet, dass 90% – 100% der Wissenschaftler mit Expertise im Gebiet der Klimaforschung den menschengemachten Klimawandel anerkennen. [5] Die Mehrheit der Experten spricht sich also für die Richtigkeit der Grundannahme der Klimamodelle aus. Die angeführte Uneinigkeit ist also gering, was eher für die Richtigkeit der Modelle spricht.

Zusammengefasst spricht keines der vorliegenden Argumente für die Annahme, die Prognosen zur Erhöhung der globalen durchschnittlichen Oberflächentemperatur seien falsch. Im Gegenteil zeigt die Vergangenheit, dass Klimamodelle bisher überwiegend richtige Vorhersagen getroffen haben.

Quellen
[1] IPCC, 2023: Summary for Policymakers. In: Climate Change 2023: Synthesis Report.Contribution of Working Groups I, II and III to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Core Writing Team, H. Lee and J. Romero (eds.)]. IPCC, Geneva, Switzerland, pp. 1-34, doi: 10.59327/IPCC/AR6-9789291691647.001.
[2] DWD; „Klimavorhersagen/Klimaprognosen und Klimaprojektionen – Wie kann man eigentlich das Klima bis 2050 darüber hinaus berechnen?“ abgerufen am 15.07.2026 unter https://www.dwd.de/SharedDocs/faqs/DE/klima_faqkarussell/klimaprojektionen_1.html
[3] Hausfather, Z., Drake, H. F., Abbott, T., & Schmidt, G. A. (2020). Evaluating the performance of past climate model projections. Geophysical Research Letters, 47, e2019GL085378. https://doi.org/10.1029/2019GL085378
[4] Karl R. Popper, Logik der Forschung (Tübingen: Mohr Siebeck, 1935)

[5] John Cook et al, 2016 Environ. Res. Lett. 11 048002

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