Klimamythos: „Die Demokratie muss sich für das Problem die Zeit nehmen, die sie eben braucht.“ 

Schon die bisherige Erderwärmung von etwa einem Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau hat zu schwerwiegenden ökologischen und gesellschaftlichen Folgen geführt. Extreme Hitzewellen, Dürren, Stürme und Starkregenereignisse sind die Folge. [1] 2023 lag die globale Durchschnitts-temperatur erstmals circa 1,5 Grad Celsius über dem Mittelwert des vorindustriellen Zeitalters. [2] Im Laufe der Weltgeschichte schwankten die klimatischen Bedingungen zwar immer wieder, doch die aktuelle Entwicklung ist menschengemacht und, sollte sie nicht aufgehalten werden, irreversibel. [3] Folglich ist es problematisch, dass die Politik konkrete Lösungsmaßnahmen hinauszögert. 

Werden bestimmte Temperatur-Schwellenwerte, so genannte “Kippelemente”, überschritten, so können Teilsysteme des Erdklimas abrupt und unumkehrbar in einen neuen Zustand umschlagen. [4] Bereits 1972 warnte der Club Of Rome in seinem Bericht “The Limits to Growth” vor den klimatischen Folgen, welche eintreten, sollten wir das globale Wirtschaftswachstum unverändert emissionsintensiv fortsetzen. [5] Indessen wird in der Politik nach wie vor diskutiert ob und wann Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden. Teils kritisieren Umweltverbände wie der WWF oder Greenpeace die bisherige Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung als rückschrittig oder stellen den langsamen Ausbau erneuerbarer Energien in Frage. [6] Auch werden durch die zunehmende Hitze und Trockenheit Waldbrände begünstigt, die ein dringendes Eingreifen der Politik zu erkennen geben. Es ist daher nicht vertretbar, dass sich die Politik uneingeschränkt Zeit nimmt, um den Klimawandel zu begrenzen. Zu Teilen ist die Gesellschaft längst bereit für notwendige Veränderungen. Regierung und Gesetzgeber dürfen nicht länger bloß reagieren, sondern müssen den Wandel aktiv und vorrausschauend gestalten. 

Die Erderwärmung schreitet weiterhin rasch voran, weshalb ein konsequentes Handeln der Politik nicht weiter hinausgezögert werden darf.  Versäumen wir es jetzt zu handeln, wird dies irreversible Folgen nach sich ziehen. 

[1] „Folgen des Klimawandels“, Climate Action. [Online]. Verfügbar unter: https://climate.ec.europa.eu/climate-change-explained/consequences-climate-change_de. [Zugegriffen: 27.08.2026]. 
[2] „Klimawandel und Transformation“, Mpg.de. [Online]. Verfügbar unter: https://www.mpg.de/klima. [Zugegriffen: 27.08.2026]. 
[3] W. der Physik, „Klimaforschung“, Weltderphysik.de. [Online]. Verfügbar unter: https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/atmosphaere/klimaforschung/. [Zugegriffen: 27.08.2026]. 
[4] „Kippelemente – Großrisiken im Erdsystem“, Potsdam Institute for Climate Impact Research. [Online]. Verfügbar unter: https://www.pik-potsdam.de/de/produkte/infothek/kippelemente. [Zugegriffen: 27.08.2026]. 
[5] D. H. Meadows, The limits to growth A report for the club of Rome’s project on the predicament of mankind. Strarfield South, Australien: Universe Books, 1974. 
[6] V. Harzer und K. K. N.-A. Kna, „Klimaschutz: Umweltverbände kritisieren Klimapolitik der Bundesregierung“, DIE ZEIT, 22-Aug-2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-08/klimapolitik-bundesregierung-wwf-vanessa-klocke-kabinettsklausur. [Zugegriffen: 27.08.2026]. 

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