Klimamythos: „Es ist schon zu spät, der Klimawandel lässt sich nicht mehr aufhalten. Tiere und Natur werden sich eh anpassen.“ 

Zunächst wird die Aussage betrachtet, der Klimawandel lasse sich nicht mehr aufhalten. Der durch Menschen verursachte Klimawandel wird mit anhaltender Treibhausgasemissionen immer weiter zunehmen und vielfältige sowie zunehmend schwerwiegende Folgen verursachen. Dennoch kann eine „tiefgreifende, rasche und dauerhafte Verringerung der Treibhausgasemissionen innerhalb von etwa zwei Jahrzehnten zu einer spürbaren Verlangsamung der globalen Erwärmung […] führen“ (IPCC 2023, Abschnitt B1; eigene Übersetzung). Es lässt sich also festhalten, dass sich das Ausmaß des zukünftigen Klimawandels noch erheblich beeinflussen lässt, jedoch nur wenn wir nicht tTatenlos zusehen. 

Ebenso wenig hält die Behauptung stand, Tiere und Pflanzen würden sich problemlos an den Klimawandel anpassen. Denn „der Klimawandel ist eine allgegenwärtige und wachsende globale Bedrohung für die biologische Vielfalt und die Ökosysteme“ (Weiskopf et al. 2020; eigene Übersetzung). 

Tierarten können zwar in einem gewissen Rahmen auf sich verändernde Umweltbedingungen reagieren, beispielsweise durch „phänotypische Plastizität, evolutionäre Anpassungen oder Arealverschiebung“ (Korn, Bockmühl & Schliep 2013, S. 12). Jedoch vollziehen sich die Umweltveränderungen so schnell, dass vielen Arten keine der genannten Möglichkeiten zur Verfügung steht und „sie bei größeren Umweltveränderungen unweigerlich aussterben“ (Korn, Bockmühl & Schliep 2013, S. 12) werden. Dieser Prozess wird sich in Zukunft weiter verstärken, sodass wir zunehmend Biodiversität verlieren werden. 

Auch die Vegetation kommt an ihre Grenzen. Ein Beispiel liefert eine Studie aus Australien: Sie zeigt, dass bis zum Jahr 2070 rund  47 % der untersuchten Vegetation durch steigende Durchschnittstemperaturen gefährdet sein könnten (Gallagher, Allen & Wright 2019; eigene Übersetzung). 

Somit wird deutlich, dass die Anpassungsfähigkeit von Tieren und Pflanzen zwar vorhanden, jedoch begrenzt ist.  

Wissenschaftlich treffender könnte die Aussage lauten: 

„Der Klimawandel lässt sich zwar nicht mehr rückgängig machen, sein zukünftiges Ausmaß kann jedoch durch konsequenten Klimaschutz begrenzt werden. Tiere und Pflanzen können sich teilweise an veränderte Umweltbedingungen anpassen, viele Arten stoßen durch die Geschwindigkeit des Wandels  dabei jedoch an ihre biologischen Grenzen.“

Quellenverzeichnis:  

Gallagher, Rachael V. ; Allen, Stuart; Wright, Ian J. (2019): Safety margins and adaptive capacity of vegetation to climate change.                           https://www.nature.com/articles/s41598-019-44483-x  (abgerufen am: 13.07.2026)   

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (2023): Climate Change 2023: Synthesis Report. Summary for Policymakers. 

https://www.ipcc.ch/report/ar6/syr/downloads/report/IPCC_AR6_SYR_SPM.pdf 

(abgerufen am: 13.07.2026) 

Korn, Horst; Bockmühl, Kathrin; Schliep, Rainer  (Hrsg.) (2013): Biodiversität und  

Klima – Vernetzung der Akteure in Deutschland IX – Ergebnisse und Dokumentation des. 9. Workshops. 

https://www.researchgate.net/publication/281860977_Anpassungskapazitat_ausgewahlter_Amphibienarten_an_den_Klimawandel/link/55fc04ee08aeba1d9f3a3dd5/download

(abgerufen am: 13.07.2026)  

Weiskopf, Sarah R. et al. (2020): Climate change effects on biodiversity, ecosystems, ecosystem services, and natural resource management in the United States. 

Science of The Total Environment, 733, 137782. 

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969720312948?via%3Dihub

(abgerufen am: 13.07.2026)  

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