Klimamythos: Es ist vor allem das rasante Bevölkerungswachstum, das allen Klimaschutz zunichte macht, aber das darf man halt nicht sagen. 

Der Klimawandel ist nicht zu leugnen und ein großer Teil unseres Lebens. Nicht nur sorgen wir beispielsweise durch Reisen, Bauen und Heizen zu einem ausgeprägteren Treibhauseffekt, wir müssen auch mit den Konsequenzen umgehen. Durch Klimamythen entsteht häufig ein falsches Verständnis vom Klimawandel oder auch wie man mit ihm umgeht. Einer dieser Mythen lautet: “Es ist vor allem das rasante Bevölkerungswachstum, das allen Klimaschutz zunichte macht, aber das darf man halt nicht sagen.” Bei dieser Aussage wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch unabhängig, wie er oder sie lebt für Emissionen, wie CO2 und Methan sorgt und damit den Treibhauseffekt vorantreibt.  Je mehr Menschen es gibt, desto dramatischer die Auswirkungen, desto weniger Sinn ergäbe es überhaupt sich um das Klima zu kümmern, da Maßnahmen der Verhinderung aufgrund einer zu hohen Bevölkerung nicht greifen.

Dieser Zusammenhang trügt. Es stimmt, dass die Weltbevölkerung ansteigt und laut dem Wissenschaftler Frank Swianczny vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ist es wahrscheinlich, dass “noch in diesem Jahrhundert die Zehn-Milliarden-Grenze überschritten wird. Erst ab 2086 wird die Zahl voraussichtlich wieder zurückgehen.”1 Jedoch sinkt die Geburtenrate in Europa und den USA, aber auch in Indien und China. In Ländern wie Niger, Mali, Uganda und im Jemen liegt die Geburtenrate stand 2023 im weltweiten Vergleich hoch 2. Die dort ansässigen Bewohner erzeugen allerdings kaum Emissionen, haben dennoch mit starken Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen. 86 % des CO2 Ausstoßes stammt von der ökonomisch wohlhabenderen Hälfte an Ländern der Erde3. Als Vergleich liegt das Bruttonationalprodukt in den USA bei 70.430 US-Dollar und der pro Kopf CO2-Ausstoß im Jahr 2021 dort bei 14,24 Tonnen. In Niger liegt die das Bruttonationalprodukt bei 590 US-Dollar hatte jedoch im Jahr 2021 nur einen CO2 Ausstoß von durchschnittlich 0,1 Tonnen4.

Damit wird deutlich, „nicht die Anzahl der Menschen, sondern der Überkonsum ist das Problem.” In Deutschland lag der Wert 2021bei immerhin 8,06 Tonnen CO2 pro Kopf5. Demnach ist es besonders wichtig, auf Klimaschutz zu achten und man sollte nicht das Bevölkerungswachstum als Ausrede für die eigene Untätigkeit nutzen. 

Quellen

1:Bayerischer Rundfunk (Hrsg.). (2022). #Faktenfuchs: Bevölkerungswachstum nicht Schuld am Klimawandel. BR24. URL: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-bevoelkerungswachstum-nicht-schuld-am-klimawandel,TPWXLMU

2:Atanango (Hrsg.). (o. J.). Ländervergleich: Höchste Geburtenrate. URL: https://www.atanango.com/laendervergleich/hoechste-geburtenrate

3:DIE ZEIT (Hrsg.). (2023). Überbevölkerung und Klimawandel: Die Klima-Ausreden. DIE ZEIT, Ausgabe 31/2023. URL: https://www.zeit.de/2023/31/ueberbevoelkerung-klimawandel-wachstum-klima-ausreden

4:Bayerischer Rundfunk (Hrsg.). (2022). #Faktenfuchs: Bevölkerungswachstum nicht Schuld am Klimawandel. BR24. URL: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-bevoelkerungswachstum-nicht-schuld-am-klimawandel,TPWXLMU

5:Bayerischer Rundfunk (Hrsg.). (2022). #Faktenfuchs: Bevölkerungswachstum nicht Schuld am Klimawandel. BR24. URL: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-bevoelkerungswachstum-nicht-schuld-am-klimawandel,TPWXLMU

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