Kurs 1.2: Good Morning, Sunshine! – Aka Journal ../../../index.html Deutsche SchülerAkademie Schwäbisch Gmünd 2026-1 Mon, 31 Aug 2026 16:30:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 https://doku1.schuelerakademien.de/wp-content/uploads/2026/07/favicon-150x150.png Kurs 1.2: Good Morning, Sunshine! – Aka Journal ../../../index.html 32 32 Einleitung ../../../kurs-2/einleitung-2/index.html ../../../kurs-2/einleitung-2/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:59:00 +0000 ../../../index.html Sonnenenergie begegnet uns jeden Tag – doch wie lässt sie sich tatsächlich in Strom, oder sogar einen Energieträger wie Wasserstoff gewinnen? Hinter diesen scheinbar einfachen Anwendungen stehen komplexe naturwissenschaftliche Prozesse und technische Lösungen, die für eine nachhaltige Energieversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Im Verlauf des Kurses „Good Morning, Sunshine!“ haben wir uns diesen Zusammenhängen aus unterschiedlichen Perspektiven angenähert.

Den Einstieg für die Motivation unseres Kurses bildeten Klimamythen, bei denen wir verbreitete Aussagen rund um Klimawandel und erneuerbare Energien hinterfragt und mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse eingeordnet haben. Anschließend konnten wir uns durch Experimente selbst mit den physikalischen und chemischen Grundlagen der Sonnenenergienutzung beschäftigen. Darüber hinaus untersuchten wir mit Wärmepumpe und Elektrolyse weitere Möglichkeiten der Energieumwandlung und -nutzung. Dabei ging es nicht nur darum, theoretisches Wissen zu verstehen, sondern auch darum, naturwissenschaftliche Zusammenhänge praktisch zu beobachten und auszuwerten.

Ergänzt wurden unsere eigenen Untersuchungen durch Interviews mit internationalen Fachleuten. Sie ermöglichten uns einen Einblick in aktuelle Forschung und technische Anwendungen und halfen dabei, die Ergebnisse unserer Experimente in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. So entstand Schritt für Schritt ein umfassenderes Bild davon, welche Möglichkeiten Sonnenenergie bietet, aber auch vor welchen Herausforderungen ihre Nutzung steht.

Die folgende Dokumentation folgt diesem Weg: Von der kritischen Auseinandersetzung mit Klimamythen über eigene Experimente und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bis hin zu Gesprächen mit Expertinnen und Experten. Dabei wird deutlich, wie eng naturwissenschaftliche Grundlagen, technische Entwicklungen und die Frage nach einer nachhaltigen Energieversorgung miteinander verbunden sind.

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Klimamythos: Stimmen die Prognosen? ../../../kurs-2/klimamythos-stimmen-die-prognosen/index.html ../../../kurs-2/klimamythos-stimmen-die-prognosen/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:02 +0000 ../../../index.html Wissen wir denn so genau, dass die Prognosen stimmen?
Meine Wetter-App liegt oft daneben. Wissenschaft muss falsifizierbar sein, wenn sie nicht Ideologie sein will. Es sind sich ja auch gar nicht alle Fachleute einig.

Verschiedene Klimamodelle sagen eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur in den nächsten Jahrzehnten voraus.[1]
Vorliegende Aussage zweifelt die Richtigkeit der „Prognosen“ an. Es wird angenommen, es seien die Prognosen zur Erhöhung der durchschnittlichen Oberflächentemperatur gemeint.
Im Folgenden wird betrachtet, inwiefern die angeführten Argumente die Annahme stützen, die Prognosen zur durchschnittlichen Oberflächentemperatur sein falsch.

Das erste Argument vergleicht Klimamodelle mit Wettervorhersagen. Allerdings hängen Klimamodelle von anderen Faktoren als Wettervorhersagen ab. So haben die für die Wettervorhersagen wichtige Eigenschaften der Atmosphäre, also z.B. Windrichtung, weniger auf Einfluss auf Ergebnisse der Klimamodelle. Diese hängen mehr von Klimasystem-Faktoren wie Ozeanen, Eisflächen und Ökosystemen ab.[2]

Das zweite Argument führt an, dass die Modelle falsifizierbar sein müssen, sonst handele es sich um eine Ideologie. Falsifizierbarkeit nach Popper bedeutet, dass eine experimentelle Überprüfung möglich ist, die eine Theorie widerlegen könnte. [4] Da Klimamodelle überprüfbare Vorhersagen treffen, sind sie also falsifizierbar und somit wissenschaftlich. Eine Überprüfung vergangener Modelle zeigt, dass Vorhersagen übers Klima in der Vergangenheit in 9 aus 17 Fällen in Bezug auf die vorhergesagte Durchschnitttsoberflächentemperatur unter Berücksichtigung der im Model enthaltenen Unsicherheiten konsistent korrekt waren. [3]

Das bedeutet allerdings nicht per se, dass sie falsch sind. Falsifizierbarkeit ist also kein Grund zur Annahme, die Klimamodelle seien falsch.

Das dritte Argument stellt fest, dass sich nicht alle Fachleute einig sind. Sechs unabhängige Studien haben erarbeitet, dass 90% – 100% der Wissenschaftler mit Expertise im Gebiet der Klimaforschung den menschengemachten Klimawandel anerkennen. [5] Die Mehrheit der Experten spricht sich also für die Richtigkeit der Grundannahme der Klimamodelle aus. Die angeführte Uneinigkeit ist also gering, was eher für die Richtigkeit der Modelle spricht.

Zusammengefasst spricht keines der vorliegenden Argumente für die Annahme, die Prognosen zur Erhöhung der globalen durchschnittlichen Oberflächentemperatur seien falsch. Im Gegenteil zeigt die Vergangenheit, dass Klimamodelle bisher überwiegend richtige Vorhersagen getroffen haben.

Quellen
[1] IPCC, 2023: Summary for Policymakers. In: Climate Change 2023: Synthesis Report.Contribution of Working Groups I, II and III to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Core Writing Team, H. Lee and J. Romero (eds.)]. IPCC, Geneva, Switzerland, pp. 1-34, doi: 10.59327/IPCC/AR6-9789291691647.001.
[2] DWD; „Klimavorhersagen/Klimaprognosen und Klimaprojektionen – Wie kann man eigentlich das Klima bis 2050 darüber hinaus berechnen?“ abgerufen am 15.07.2026 unter https://www.dwd.de/SharedDocs/faqs/DE/klima_faqkarussell/klimaprojektionen_1.html
[3] Hausfather, Z., Drake, H. F., Abbott, T., & Schmidt, G. A. (2020). Evaluating the performance of past climate model projections. Geophysical Research Letters, 47, e2019GL085378. https://doi.org/10.1029/2019GL085378
[4] Karl R. Popper, Logik der Forschung (Tübingen: Mohr Siebeck, 1935)

[5] John Cook et al, 2016 Environ. Res. Lett. 11 048002

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Klimamythos : Im Angesicht der Bedrohung wird die Menschheit schon etwas finden ../../../kurs-2/klima-mythos/index.html ../../../kurs-2/klima-mythos/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html

Wenn man das Zitat liest, klingt es, als gäbe es noch keine Lösungen und uns stände die Bedrohung durch den Klimawandel erst noch bevor. Allerdings können wir bereits heute schon irreversible Veränderungen in unserem Ökosystem beobachten. Laut einem Bericht von 160 Forschenden des Global Tipping Points Report 2025, haben großflächige Teile der Korallenriffe bereits ihren Klima-Kipppunkt erreich. Dieses Ökosystem wird unaufhaltsam verschwinden. (1)  

Hier in Deutschland werden Extremwetterereignisse, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind, immer häufiger. (2) Am 26.06.2026 wurde beispielsweise in Ost-Brandenburg mit 41,7°C der Temperaturhöchstwert einer zweiwöchigen Hitzeperiode gemessen. Die ungewöhnlich lange und starke Hitzeperiode war in ganz Deutschland deutlich spürbar. (3) Ein weiteres Ereignis, dass auf die Folgen des Klimawandels zurückzuführen ist, war der Starkregen nach einer langen Trockenheit im Ahrtal 2021(4). Folglich befinden wir uns schon mitten in der Bedrohung und müssten bereits jetzt viel mehr Maßnahmen ergreifen, um nicht noch mehr Klima-Kipppunkte zu überschreiten.  Denn je näher man einem Kipppunkt kommt, desto größer werden die Veränderungen. Das vermehrte Überschreiten solcher Kipppunkt führt dann dazu, dass ein Leben auf diesem Planeten immer schwieriger wird. Die gute Nachricht ist, dass wir noch eine Chance haben, die Klimaerwärmung zu verlangsamen, indem wir nicht nur auf klimafreundliche Innovationen setzen, sondern auch einen gesellschaftlichen Wandel vollziehen (5), im Rahmen dessen wir gemeinsam daran arbeiten, unsere Emissionen möglichst stark und schnell zu reduzieren.

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Klimamythos:  „Ich vermeide doch schon überall Plastiktüten!?“ ../../../kurs-2/klimamythos-ich-vermeide-doch-schon-ueberall-plastiktueten/index.html ../../../kurs-2/klimamythos-ich-vermeide-doch-schon-ueberall-plastiktueten/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html Plastiktüten zu vermeiden ist sinnvoll. Dadurch werden Ressourcen geschont und weniger Kunststoff gelangt in die Umwelt (Umweltbundesamt, 2026). Trotzdem greift die Aussage „Ich vermeide doch schon überall Plastiktüten!“ zu kurz, wenn es um wirksamen Klimaschutz geht. Der größte Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen entsteht durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas zur Strom- und Wärmeerzeugung, im Verkehr sowie in der Industrie (IPCC, 2022). Deshalb hat die Umstellung unserer Energieversorgung einen deutlich größeren Einfluss auf das Klima als der Verzicht auf einzelne Alltagsprodukte.

Kunststoffe werden überwiegend aus Erdöl und Erdgas hergestellt. Der Verzicht auf Plastiktüten spart daher fossile Rohstoffe und trägt zum Umwelt- und Ressourcenschutz bei. Für den Klimaschutz ist sein Einfluss im Vergleich zu anderen Maßnahmen jedoch eher gering (Umweltbundesamt, 2026).

Deutlich entscheidender ist die Verringerung unserer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, da deren Verbrennung große Mengen an Treibhausgasen verursacht (IPCC, 2022). Der Verzicht auf Plastiktüten ist somit eine sinnvolle und leicht umsetzbare Alltagsmaßnahme, ersetzt aber nicht größere Veränderungen wie den Ausbau von Wind- und Solarenergie (IEA, 2023).


Das bedeutet jedoch nicht, dass individuelles Handeln unwichtig ist. Jeder Beitrag zum Umweltschutz zählt. Langfristig reicht persönliches Verhalten allein jedoch nicht aus. Erst das Zusammenspiel aus bewusstem Konsum, politischen Entscheidungen und dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien kann die Treibhausgasemissionen dauerhaft senken und die Folgen des Klimawandels wirksam begrenzen (IPCC, 2022).

Quellen

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (2022): Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. Summary for Policymakers.
https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg3/chapter/summary-for-policymakers/⁠
(abgerufen am: 26.08.2026)

International Energy Agency (IEA) (2023): Net Zero Roadmap: A Global Pathway to Keep the 1.5 °C Goal in Reach. Executive Summary.
https://www.iea.org/reports/net-zero-roadmap-a-global-pathway-to-keep-the-15-c-goal-in-reach/executive-summary⁠
(abgerufen am: 26.08.2026)

Umweltbundesamt (2026): Statt Plastiktüten: Eigene Beutel mitnehmen und mehrfach verwenden.

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Klimamythos: Den Atomkrieg vermeiden und Armut bekämpfen ist viel wichtiger als das Klimathema! ../../../kurs-2/entkraeftung-des-klima-mythos/index.html ../../../kurs-2/entkraeftung-des-klima-mythos/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html Geopolitische Spannungen, Migration, Hunger, KI – Mitten unter diesen größten globalen Herausforderungen unserer Zeit findet sich auch der „Klimawandel“. Dabei sollte dieses häufig unterschätzte Phänomen ganz oben auf der Liste stehen, denn der anthropogene Klimawandel bewirkt viele für Menschen existenzbedrohende Probleme:

Durch den Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre erhöht sich die globale Durchschnittstemperatur. Dadurch steigt der Meeresspiegel und bedroht das Zuhause vieler Millionen Menschen, die an der Küste oder auf Inseln leben [vgl. 4.]; eine sichere Trinkwasserversorgung wird durch Abschmelzen von Polkappen und Gletschern [vgl. 4.] sowie stärkere Verdunstung gefährdet [vgl. 7.]; häufigere Extremwetterereignisse zusammen mit Wasserknappheit führen zu Ernteausfällen, wodurch sich bei fortschreitendem Bevölkerungswachstum Armut und Hunger ausbreitet [vgl. 3.].

Vor allem durch diese vom Klimawandel beschleunigten Krisen ist die Menschheit in ihrer Existenz akut bedroht und nimmt bereits Schaden, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Natur [vgl. 1.]; ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Umwelt, unsere Lebensgrundlage…

Ein Atomkrieg würde unmittelbar viele Millionen Menschenleben und dessen Folgen, bspw. die Zerstörung der Natur und somit der Landwirtschaft, noch bis zu Milliarden fordern [vgl. 11.], weshalb es diesen zu verhindern gilt. Der Klimawandel hingegen ist bereits real[1] und aufgrund der Mortalität seiner Folgen [vgl. 9.] ist es dringlichst geboten zu reagieren. Klimakrise, Ernährungsunsicherheit und Armut sind eng miteinander verknüpft. Daher muss für eine absolute Verringerung der Armut ein weiterer Temperaturanstieg vermieden werden, da v.a. Menschen in ärmeren Gebieten, z.B. auf dem afrikanischen Kontinent, in ihrer physischen und ökonomischen Existenz bedroht sind [vgl. 14.]. Täglich verlieren rund 67.000 Menschen durch klimabedingte Katastrophen ihr Zuhause [vgl. 12.] und Millionen weitere müssen in den nächsten Jahren aus infolge des Klimawandels unbewohnbaren Regionen fliehen [vgl. 13.].


[1] „Bei den wesentlichen Grundaussagen zum Klimawandel – dass sich die Erde seit Jahrzehnten signifikant erwärmt und der Mensch die Hauptursache dafür ist – gibt es also einen sehr soliden Konsens der Fachwelt. Wer dies bestreitet, kann sich nicht auf die Klimawissenschaft berufen.“ [Zitat aus 8.]

Quellen

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Klimamythos: „Es ist schon zu spät, der Klimawandel lässt sich nicht mehr aufhalten. Tiere und Natur werden sich eh anpassen.“  ../../../kurs-2/es-ist-schon-zu-spaet-der-klimawandel-laesst-sich-nicht-mehr-aufhalten-tiere-und-natur-werden-sich-eh-anpassen/index.html ../../../kurs-2/es-ist-schon-zu-spaet-der-klimawandel-laesst-sich-nicht-mehr-aufhalten-tiere-und-natur-werden-sich-eh-anpassen/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html Zunächst wird die Aussage betrachtet, der Klimawandel lasse sich nicht mehr aufhalten. Der durch Menschen verursachte Klimawandel wird mit anhaltender Treibhausgasemissionen immer weiter zunehmen und vielfältige sowie zunehmend schwerwiegende Folgen verursachen. Dennoch kann eine „tiefgreifende, rasche und dauerhafte Verringerung der Treibhausgasemissionen innerhalb von etwa zwei Jahrzehnten zu einer spürbaren Verlangsamung der globalen Erwärmung […] führen“ (IPCC 2023, Abschnitt B1; eigene Übersetzung). Es lässt sich also festhalten, dass sich das Ausmaß des zukünftigen Klimawandels noch erheblich beeinflussen lässt, jedoch nur wenn wir nicht tTatenlos zusehen. 

Ebenso wenig hält die Behauptung stand, Tiere und Pflanzen würden sich problemlos an den Klimawandel anpassen. Denn „der Klimawandel ist eine allgegenwärtige und wachsende globale Bedrohung für die biologische Vielfalt und die Ökosysteme“ (Weiskopf et al. 2020; eigene Übersetzung). 

Tierarten können zwar in einem gewissen Rahmen auf sich verändernde Umweltbedingungen reagieren, beispielsweise durch „phänotypische Plastizität, evolutionäre Anpassungen oder Arealverschiebung“ (Korn, Bockmühl & Schliep 2013, S. 12). Jedoch vollziehen sich die Umweltveränderungen so schnell, dass vielen Arten keine der genannten Möglichkeiten zur Verfügung steht und „sie bei größeren Umweltveränderungen unweigerlich aussterben“ (Korn, Bockmühl & Schliep 2013, S. 12) werden. Dieser Prozess wird sich in Zukunft weiter verstärken, sodass wir zunehmend Biodiversität verlieren werden. 

Auch die Vegetation kommt an ihre Grenzen. Ein Beispiel liefert eine Studie aus Australien: Sie zeigt, dass bis zum Jahr 2070 rund  47 % der untersuchten Vegetation durch steigende Durchschnittstemperaturen gefährdet sein könnten (Gallagher, Allen & Wright 2019; eigene Übersetzung). 

Somit wird deutlich, dass die Anpassungsfähigkeit von Tieren und Pflanzen zwar vorhanden, jedoch begrenzt ist.  

Wissenschaftlich treffender könnte die Aussage lauten: 

„Der Klimawandel lässt sich zwar nicht mehr rückgängig machen, sein zukünftiges Ausmaß kann jedoch durch konsequenten Klimaschutz begrenzt werden. Tiere und Pflanzen können sich teilweise an veränderte Umweltbedingungen anpassen, viele Arten stoßen durch die Geschwindigkeit des Wandels  dabei jedoch an ihre biologischen Grenzen.“

Quellenverzeichnis:  

Gallagher, Rachael V. ; Allen, Stuart; Wright, Ian J. (2019): Safety margins and adaptive capacity of vegetation to climate change.                           https://www.nature.com/articles/s41598-019-44483-x  (abgerufen am: 13.07.2026)   

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (2023): Climate Change 2023: Synthesis Report. Summary for Policymakers. 

https://www.ipcc.ch/report/ar6/syr/downloads/report/IPCC_AR6_SYR_SPM.pdf 

(abgerufen am: 13.07.2026) 

Korn, Horst; Bockmühl, Kathrin; Schliep, Rainer  (Hrsg.) (2013): Biodiversität und  

Klima – Vernetzung der Akteure in Deutschland IX – Ergebnisse und Dokumentation des. 9. Workshops. 

https://www.researchgate.net/publication/281860977_Anpassungskapazitat_ausgewahlter_Amphibienarten_an_den_Klimawandel/link/55fc04ee08aeba1d9f3a3dd5/download

(abgerufen am: 13.07.2026)  

Weiskopf, Sarah R. et al. (2020): Climate change effects on biodiversity, ecosystems, ecosystem services, and natural resource management in the United States. 

Science of The Total Environment, 733, 137782. 

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969720312948?via%3Dihub

(abgerufen am: 13.07.2026)  

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Klimamythos: „Die globale Erwärmung rührt von der Sonne her, nicht vom Menschen, aber Sonnenflecken werden ja totgeschwiegen.“ ../../../kurs-2/entkraeftung-klimamythos-die-globale-erwaermung-ruehrt-von-der-sonne-her-nicht-vom-menschen-aber-sonnenflecken-werden-ja-totgeschwiegen/index.html ../../../kurs-2/entkraeftung-klimamythos-die-globale-erwaermung-ruehrt-von-der-sonne-her-nicht-vom-menschen-aber-sonnenflecken-werden-ja-totgeschwiegen/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html Die Sonne als Ursache der globalen Erwärmung?  

Dieser Mythos widerspricht dem Stand der Klimaforschung. Nach dem IPCC (The Intergovernmental Panel on Climate Change) zeigen unabhängige Beweislinien – direkte Messungen, Klimaarchive wie Baumringe und Eisbohrkerne sowie physikalisch begründete Klimamodelle, dass der Mensch die Hauptursache der jüngsten Erwärmung ist. [1] Die vom Menschen verursachte Erwärmung der globalen mittleren bodennahen Lufttemperatur im Zeitraum 2010–2019 gegenüber 1850–1900 liegt bei 0,8 °C bis 1,3 °C, während die auf natürliche Antriebe zurückzuführende Änderung lediglich −0,1 °C bis +0,1 °C beträgt. [1] Der starke Temperaturanstieg begann mit der Industrialisierung. [1] Daher kann man einen Zusammenhang zwischen der Erwärmung und der seitdem zunehmenden Verbrennung fossiler Energieträger feststellen. [1] Dies hat einen Anstieg der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre zur Folge, die Wärmestrahlung in der Lufthülle um die Erdezurück. [1] Modelle reproduzieren die beobachtete Erwärmung nur, wenn menschliche Einflüsse berücksichtigt werden. [1] Simulationen mit ausschließlich natürlichen Faktoren wie Sonnenaktivität, Vulkanismus und interner Klimavariabilität erklären den starken Temperaturanstieg nicht. [1] 

Auch die Sonnenfleckentheorie, welche besagt, dass Schwankungen der Sonnenaktivität (sichtbar u.a. an der Zahl der Sonnenflecken) einen wesentlichen Einfluss auf das Klima der Erde haben, hält einer Überprüfung nicht stand. Die von der Erde empfangene Sonnenenergie schwankt zwar in einem natürlichen Zyklus von ungefähr elf Jahren, zeigt jedoch seit den 1950er-Jahren keinen langfristigen Anstieg. [2] Gleichzeitig ist die globale Temperatur deutlich gestiegen. [2] Satellitenmessungen bestätigen seit 1978, dass die einfallende Sonnenenergie nicht zunimmt. [2] Zudem müsste eine stärkere Sonne alle Atmosphärenschichten erwärmen. [2] Beobachtet werden jedoch eine Erwärmung der Erdoberfläche und eine Abkühlung der Stratosphäre – genau das Muster, das durch zusätzliche wärmespeichernde Treibhausgase erwartet wird. [2] Sonnenaktivität wird daher keineswegs „totgeschwiegen“, sondern seit Jahrzehnten direkt gemessen und veröffentlicht. [2] Sie kann die gegenwärtige Erwärmung jedoch nicht erklären, da Wissenschaftler keinen Kausalzusammenhang feststellen konnten. [2] 

Quellenverzeichnis:  

[1] IPCC (2021): FAQ 3.1: How Do We Know Humans Are Responsible for Climate Change? In: Climate Change 2021: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Verfügbar unter: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/chapter/chapter-3#faq-3-1/ (Zugriff: 27.08.2026).  

[2] NASA (2024): Is the Sun causing global warming? National Aeronautics and Space Administration. Verfügbar unter: https://science.nasa.gov/climate-change/faq/is-the-sun-causing-global-warming/ (Zugriff: 27.08.2026). 

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Klimamythos: Vögel vs. Windkraft ../../../kurs-2/klimamythos-voegel-vs-windkraft/index.html ../../../kurs-2/klimamythos-voegel-vs-windkraft/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html Windräder töten massenhaft Vögel, das ist den Klimaschützern aber gleichgültig. Doppelmoral!

2025 wurden etwa 31,5 % des deutschen Stromverbrauchs durch Windenergie gedeckt. Damit hatte diese Form der Energiegewinnung den größten Anteil an der Stromerzeugung, mehr als alle anderen erneuerbaren Formen der Stromerzeugung zusammen. [1] Gleichzeitig sterben durch Kollisionen mit Windenergieanlagen jedes Jahr Vögel aus verschiedensten Arten. Kritiker sehen darin ein moralisches Problem: Einerseits wird der Schutz des Klimas als zentrales Ziel benannt, andererseits werden für den Ausbau von Windrädern Risiken für bestimmte Tiere in Kauf genommen.

Laut Schätzungen des Naturschutzbunds Deutschlands (NABU) sterben jährlich rund 100.000 Vögel durch Kollisionen mit Windkraftanlagen. [5] In Deutschland sind knapp 29.000 Windenergieanlagen installiert. Das entspricht durchschnittlich weniger als vier Vögeln pro Anlage und Jahr. Im Vergleich zu den immensen Verlusten von fast einer Viertelmilliarde Vögeln durch Kollisionen mit Glasscheiben, den Straßen- und Bahnverkehr sowie freilaufende Hauskatzen, erscheint diese Zahl vergleichsweise gering. [2]

Zum bestmöglichen Schutz von Vögeln gibt es strenge Auflagen bei der Auswahl eines Standorts für Windkraftanlagen. Dabei werden Flugrouten sowie Schutz- und Brutgebiete genau untersucht. [3] Außerdem werden bestimmte Antikollisionssysteme getestet, die mithilfe von Radar und Kameras Vögel erkennen, und die Windkraftanlage automatisch abschalten, bevor es zur Kollision kommt. Dies ist besonders wichtig und auch nur möglich, da vor allem große Greifvögel wie der Rotmilan von Zusammenstößen mit Rotorblättern betroffen sind. [4] Ein weiterer Ansatz zur Verringerung von Kollisionen besteht darin, die Rotorblätter sichtbarer zu gestalten. [2]

Insgesamt unterliegt der Bau von Windkraftanlagen strengen gesetzlichen Vorgaben, insbesondere bei der Standortwahl. Im Vergleich zu anderen Ursachen sterben nur relativ wenige Vögel am Zusammenstoßen mit Rotorblättern. Trotzdem ist es wichtig, dass Greifvögel wie der Rotmilan besser geschützt werden, beispielsweise mit Sensoren, die die Anlagen automatisch abschalten können.

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Klimamythos: „Die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre ist verschwindend gering; das kann logischerweise gar keinen Einfluss haben.“  ../../../kurs-2/klimamythos-die-konzentration-von-kohlenstoffdioxid-in-der-atmosphaere-ist-verschwindend-gering-das-kann-logischerweise-gar-keinen-einfluss-haben/index.html ../../../kurs-2/klimamythos-die-konzentration-von-kohlenstoffdioxid-in-der-atmosphaere-ist-verschwindend-gering-das-kann-logischerweise-gar-keinen-einfluss-haben/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html In unserer heutigen Gesellschaft existieren immer noch viele Klimamythen. Einer davon ist, dass die CO₂-Konzentration so verschwindend gering ist, dass sie und der Treibhauseffekt gar nicht den Klimawandel verursachen können. 

Beim Treibhauseffekt erwärmt die auf der Erde ankommende Strahlung der Sonne Boden und Ozeane und wird dann wieder als Infrarotstrahlung also Wärme nach oben abgestrahlt. Wird sie auf dem Weg zum Weltraum von Molekülen in der Atmosphäre absorbiert, so kann sie nicht vollständig in den Weltraum entweichen. Ähnlich wie in einem Treibhaus verbleibt Wärmeenergie auf der Erde und die Temperatur in der Atmosphäre erhöht sich. 

An sich ist dieses Phänomen auch normal und sogar notwendig für uns Lebewesen. Erst die Treibhausgase, wie Wasserdampf und (der natürliche Anteil an) Kohlenstoffdioxid heben die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche um etwa 33 °C auf +15 °C an und ermöglichen damit Leben auf der Erde2.Problematisch wird es, wenn zu viele Treibhausgase in der Atmosphäre sind.  

Die Atmosphäre besteht zu rund 0,04% aus CO₂4, was sich erstmal nicht nach viel anhört. Jedoch verursacht CO₂ ca. 20-30% des Treibhauseffektes1.  Somit erhöht der natürliche CO₂-Anteil die Temperatur um 7,2 °C2, was verglichen zur geringen Konzentration extrem viel ist. Aus diesem Grund führt schon ein etwas höherer CO₂-Ausstoß als normal zu einem merklich verstärkten Treibhauseffekt, was der Erde sehr schadet. Insgesamt kann man Treibhausgas nicht quantitativ an ihrer Menge vergleichen, da nicht alle Gase gleich potent sind, also nicht gleich viel Strahlung absorbieren. Seit Beginn der industriellen Revolution ist die Konzentration von CO₂ um 50% gestiegen5, was die Energiebilanz der Erde aus dem Gleichgewicht bringt und so primär zu einem Anstieg der Durchschnittstemperatur um 1,5 °C beigetragen hat3, da nun mehr Strahlung absorbiert wird. Dies führt zu Extremwetterphänomenen, dem Abschmelzen der Polarkappen und noch weiteren global Beeinträchtigungen. Dies ist der Grund dafür, dass auch wenn die CO₂-Konzentration so gering ist, sie doch ziemlich ausschlaggebend für den Klimawandel ist.  

Quellen

1:https://www.ds.mpg.de/139645/08 „Ist CO2 wirklich ein Klimakiller?“ (19.08.26) 

2:https://www.klimawandel.rlp.de/klimawandel/kohlendioxid-in-der-atmosphaere „Kohlendioxid in der Atmosphäre“(19.08.26) 

3:https://climate.ec.europa.eu/climate-change/causes-climate-change_de „Ursachen des Klimawandels“(19.08.26) 

5:https://www.bundestag.de/resource/blob/964612/WD-8-014-20-pdf.pdf „Kohlendioxid Sättigung der Absorptionsbanden“(19.08.26) 

4:https://www.iup.uni-bremen.de/carbon_ghg/Clim4Edu/Handbuch/kap_the_ghg.html „Was sind Treibhausgase und wie wirken sie?“(19.08.26) 

Svenja Voit

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Klimamythos: Ökologie für jeden? ../../../kurs-2/oekologie-fuer-jeden/index.html ../../../kurs-2/oekologie-fuer-jeden/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html „Ökologie muss man sich leisten können, in Deutschland können das viele nicht.“

Im Folgenden werde ich anhand von drei Beispielen diese Aussage widerlegen.

Zunächst wird erklärt, was Ökologie in diesem Kontext bedeutet:  Ökologie beschreibt in diesem Kontext das Zusammenspiel des Menschen mit seiner Umwelt. Es geht darum, als Mensch möglichst wenig in die Natur einzugreifen, um schwer kalkulierbare Langzeit zu verhindern [1].

Ein Weg seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern, ist es die Ernährung umzustellen. Die Fleischproduktion beansprucht rund 30% der globalen Ackerflächen für sich. Besonders in Südamerika wird immer mehr Ackerland gewonnen. Dort wird der Regenwald abgeholzt, um Soja für die Tiernahrung anzubauen, denn etwa 70% des Sojas wird für Tiernahrung verwendet [2]. Die Rodung des Regenwaldes zerstört nicht nur die Biodiversität und verringert die Artenvielfalt deutlich, sondern setzt auch Kohlenstoffdioxid in erheblichen Mengen frei und verhindert eine zukünftige Bindung [2].

Dennoch ist eine Ernährung ohne Fleisch im Schnitt günstiger als eine mit. Zu diesem Schluss ist die Studie “Towards healthy and sustainable diets in Germany” [3] gekommen.

Ein weiterer Weg nachhaltiger zu leben ist es seinen eigen grünen Strom zu verwenden. Die Installation einer PV Anlage kosten 2026 in Deutschland rund 1300€ pro KWp [4]. Nach bereits 10 Jahren ist eine PV Anlage rentabel [5].

Insgesamt bedeutet das, dass man mit seinem eigenen Klima neutralen Strom Geld Sparen kann. Zwar muss man anfangs eine große Investition tätigen, dennoch ist die PV Anlage nach 10 Jahren profitabel und produziert weitere 20 bis 30 Jahre gratis Strom[6].

Darüber hinaus ist eine klimaschädigende Lebensweise auch perspektivisch teurer als eine klimafreundliche. Die erwarteten Folgekosten für Deutschland bei einem soliden Klimaschutz wird auf einen Wert von 280 Milliarden € jährlich geschätzt [7]. Doch nicht nur Zugtickets werden teurer, weil die deutsche Bahn beispielsweise überflutete Bahnhöfe haben wird, nicht nur Versicherungen werden teurer, weil es mehr Schadensersatzansprüche geben wird, aber auch die Steuersätze werden höher, weil auch öffentliche Gebäude beschädigt werden [8].  

Abschließend kann man sagen, dass eine klimafreundliche Lebensweise sogar günstiger ist als eine klimaschädliche. Durch den Verzicht auf Fleisch und das Nutzen seines eigenen grünen Stroms kann man sowohl Geld sparen als auch etwas für die Umwelt tun. Zusätzlich spart man Geld, welches nur indirekt das Leben aller teurer macht. Alles was es braucht ist etwas Mut und ein Willen.

Quellen

Ökologie | bpb.de (abgefufen 1.7.2026) [1]

https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/ernaehrung (abgerufen 5.7.2026) [2]

Eine Studie des Umweltbundesamtes: “Towards healthy and sustainable diets in Germany” (2023) (abgerufen 5.7.2026) [3]

https://www.solarwatt.de/ratgeber/photovoltaik-kosten (abgerufen 26.08.2026) [4]

https://www.vattenfall.de/infowelt-energie/solar/pv-amortisation (abgerufen 26.08.2026)  [5]

https://www.solaranlage-ratgeber.de/photovoltaik/photovoltaik-wartung/lebensdauer-einer-photovoltaikanlage (abgerufen 26.08.2026) [6]

https://www.diw.de/de/diw_01.c.450702.de/publikationen/wochenberichte/2007_11/klimawandel_kostet_die_deutsche_volkswirtschaft_milliarden.html?hl=de-DE#:~:text=Wenn%20kein%20forcierter%20Klimaschutz%20betrieben%20w%C3%BCrde%20und,privaten%20Haushalte%20einen%20gro%C3%9Fen%20Teil%20tragen%20m%C3%BCssten. (abgerufen 27.08.2026) [7]

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/klimaawandel-kosten-wirtschaft-100.html (abgerufen 27.08.2026) [8] 

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