Svenja Voit – Aka Journal ../../../index.html Deutsche SchülerAkademie Schwäbisch Gmünd 2026-1 Mon, 31 Aug 2026 16:34:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 https://doku1.schuelerakademien.de/wp-content/uploads/2026/07/favicon-150x150.png Svenja Voit – Aka Journal ../../../index.html 32 32 Klimamythos: „Die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre ist verschwindend gering; das kann logischerweise gar keinen Einfluss haben.“  ../../../kurs-2/klimamythos-die-konzentration-von-kohlenstoffdioxid-in-der-atmosphaere-ist-verschwindend-gering-das-kann-logischerweise-gar-keinen-einfluss-haben/index.html ../../../kurs-2/klimamythos-die-konzentration-von-kohlenstoffdioxid-in-der-atmosphaere-ist-verschwindend-gering-das-kann-logischerweise-gar-keinen-einfluss-haben/index.html Thu, 27 Aug 2026 21:00:00 +0000 ../../../index.html In unserer heutigen Gesellschaft existieren immer noch viele Klimamythen. Einer davon ist, dass die CO₂-Konzentration so verschwindend gering ist, dass sie und der Treibhauseffekt gar nicht den Klimawandel verursachen können. 

Beim Treibhauseffekt erwärmt die auf der Erde ankommende Strahlung der Sonne Boden und Ozeane und wird dann wieder als Infrarotstrahlung also Wärme nach oben abgestrahlt. Wird sie auf dem Weg zum Weltraum von Molekülen in der Atmosphäre absorbiert, so kann sie nicht vollständig in den Weltraum entweichen. Ähnlich wie in einem Treibhaus verbleibt Wärmeenergie auf der Erde und die Temperatur in der Atmosphäre erhöht sich. 

An sich ist dieses Phänomen auch normal und sogar notwendig für uns Lebewesen. Erst die Treibhausgase, wie Wasserdampf und (der natürliche Anteil an) Kohlenstoffdioxid heben die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche um etwa 33 °C auf +15 °C an und ermöglichen damit Leben auf der Erde2.Problematisch wird es, wenn zu viele Treibhausgase in der Atmosphäre sind.  

Die Atmosphäre besteht zu rund 0,04% aus CO₂4, was sich erstmal nicht nach viel anhört. Jedoch verursacht CO₂ ca. 20-30% des Treibhauseffektes1.  Somit erhöht der natürliche CO₂-Anteil die Temperatur um 7,2 °C2, was verglichen zur geringen Konzentration extrem viel ist. Aus diesem Grund führt schon ein etwas höherer CO₂-Ausstoß als normal zu einem merklich verstärkten Treibhauseffekt, was der Erde sehr schadet. Insgesamt kann man Treibhausgas nicht quantitativ an ihrer Menge vergleichen, da nicht alle Gase gleich potent sind, also nicht gleich viel Strahlung absorbieren. Seit Beginn der industriellen Revolution ist die Konzentration von CO₂ um 50% gestiegen5, was die Energiebilanz der Erde aus dem Gleichgewicht bringt und so primär zu einem Anstieg der Durchschnittstemperatur um 1,5 °C beigetragen hat3, da nun mehr Strahlung absorbiert wird. Dies führt zu Extremwetterphänomenen, dem Abschmelzen der Polarkappen und noch weiteren global Beeinträchtigungen. Dies ist der Grund dafür, dass auch wenn die CO₂-Konzentration so gering ist, sie doch ziemlich ausschlaggebend für den Klimawandel ist.  

Quellen

1:https://www.ds.mpg.de/139645/08 „Ist CO2 wirklich ein Klimakiller?“ (19.08.26) 

2:https://www.klimawandel.rlp.de/klimawandel/kohlendioxid-in-der-atmosphaere „Kohlendioxid in der Atmosphäre“(19.08.26) 

3:https://climate.ec.europa.eu/climate-change/causes-climate-change_de „Ursachen des Klimawandels“(19.08.26) 

5:https://www.bundestag.de/resource/blob/964612/WD-8-014-20-pdf.pdf „Kohlendioxid Sättigung der Absorptionsbanden“(19.08.26) 

4:https://www.iup.uni-bremen.de/carbon_ghg/Clim4Edu/Handbuch/kap_the_ghg.html „Was sind Treibhausgase und wie wirken sie?“(19.08.26) 

Svenja Voit

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Die Siliziumsolarzelle: ein Deep Dive ../../../kurs-2/die-siliziumsolarzelle-ein-deep-dive/index.html ../../../kurs-2/die-siliziumsolarzelle-ein-deep-dive/index.html Thu, 27 Aug 2026 20:00:00 +0000 ../../../index.html Eine Solarzelle produziert unter Einstrahlung von Sonnenlicht Strom. Hierbei spielt die Nutzung von Halbleitern eine zentrale Rolle. Die meistverbreitete Technologie nutzt Silizium als Halbleiter. Im Folgenden werden wir erklären, was Halbleiter sind und wie sie die Funktion der Silizium-Solarzelle ermöglichen. 

Halbleiter und das Bändermodell: 

Leiter, wie Metalle, sind immer leitfähig und Isolatoren leiten Strom nie. Halbleiter sind nur unter bestimmten Bedingungen leitfähig. Im Folgenden wird dieses Phänomen ausgehend vom Einzelatom bis zum gesamten Festkörper erklärt. 

Alle Atome haben Valenzelektronen, welche sich laut dem Schalenmodell in der äußersten Schale befinden. Dieses Modell erweitern wir nun.  Den Aufenthaltsort von Elektronen können wir nicht genau bestimmen, jedoch können wir einen dreidimensionalen Raum bestimmen, indem die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Elektronen bei über 90% liegt. Dieser Raum wird als Orbital bezeichnet. Ein Orbital kann mit 2 Elektronen gefüllt sein. Jedes dieser Orbitale hat einen Energiegehalt und die Elektronen befinden sich daher auf bestimmten Energieniveaus. Dabei gilt die Regel, dass Elektronen immer die minimale Energie anstreben, also zuerst Orbitale mit den niedrigsten Energieniveaus besetzten.  Zudem gibt es das Pauli-Prinzip, was besagt, dass keine zwei Elektronen im gleichen Quantenzustand sein dürfen, was beinhaltet, dass nicht mehr als zwei Elektronen das gleiche Energieniveau haben dürfen.  

Wenn sich nun zwei Atome annähern, dann überlappen die Valenzorbitale der Atome und die sich darin befindenden Elektronen treten in Wechselwirkung.  Nun spalten sich die Energieniveaus der Orbitale in zwei energetisch verschiedene Zustände auf (siehe Abb. 1). Auf diese Zustände verteilen sich die Valenzelektronen nach dem Prinzip der Energie Minimierung.  

Abb. 1: Bildung eines Bandes am Beispiel von Natrium. ((Lewerenz, Jungblut, S. 12, Kapitel 2.2.1, 2.1.2 Gottstein, S. 447) Skript 1. Semester Leitfähigkeit (27.8.26)) 

Wenn nun ganz viele Atome im Festkörper wechselwirken, dann erhöht sich die Anzahl der Zustände entsprechend der Atomanzahl. Je mehr Atome interagieren, desto näher rücken die Zustände energetisch zusammen. Dies passiert, bis es zu einem Punkt kommt, dass die Zustände ein sich als kontinuierliches Band darstellen lassen. Dort sind die Unterschiede in den Energiezuständen verschwindend gering. Wegen des Pauli-Prinzips gibt es dabei keine zwei Zustände mit dem gleichen Energieniveau. Wenn die Orbitale vorher nicht mit zwei Elektronen besetzt waren (sh. Abb. 1 für das Beispiel Natrium), führt es dazu, dass Teile des Bandes frei sind. Wenn nun diese Elektronen angeregt werden, also mehr Energie bekommen, können diese in die freie Energiezustände des Bandes springen und werden so zu freien Ladungsträgern, wodurch ein Stromfluss entstehen kann. Dafür ist bei Leitern nicht viel Energie nötig. 

Abb. 2 Bandüberlappung beim Magnesium. (Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit von Metallen & Halbleitern, Praktikum der Materialwissenschaft I, Wintersemester 2014/15, Fachgebiet Oberflächenforschung, TU Darmstadt, S. 7.) 

Bei Metallen/Leitern existiert oberhalb des letzten besetzten Zustands direkt ein freier Zustand (Abb. 1 und 2). Silizium ist jedoch kein Metall, sondern ein Halbleiter. Halbleiter haben die Eigenschaft, dass zwischen dem mit Elektronen besetzten Valenzband und dem unbesetzten Leiterband ein Bereich von für Elektronen verbotenen Energieniveaus besteht, die Bandlücke (Abb. 3). Diese ist ein Sperrbereich, in dem keine Energieniveaus existieren dürfen, in denen sich die Elektronen befinden könnten. Dies führt dazu, dass damit die Elektronen im Halbleiter deutlich mehr Energie brauchen, um angeregt zu werden und in das nächsthöhere Energieniveaus zu springen, da sie die Bandlücke überwinden müssen.

 

Abb. 3: Bandüberlappung beim Magnesium ((Lewerenz, Jungblut, S. 12, Kapitel 2.2.1, 2.1.2 Gottstein, S. 447) Skript 1. Semester Leitfähigkeit (27.8.26)) 

Diese Anregung ist möglich, wenn der Halbleiter Photonen absorbiert, deren Energie die Bandlücke übersteigt.  Durch die Lichtabsorption werden Elektronen ins Leitungsband angeregt und lassen Löcher im Leitungsband zurück. Dies sind mobile Ladungsträger, die einen Strom generieren könnten. Allerdings rekombinieren sie in einer ladungsneutralen Umgebung einfach wieder, das heißt das Elektron kehrt in das Valenzband zurück. Damit die Elektronen nicht rekombinieren, muss also ein elektrisches Feld auf die Ladungsträger wirken. Hierzu wird das Silizium gezielt modifiziert. 

Dotierung von Siliziumzellen: 

Ordnet man zwei unterschiedlich dotierte Materialien nebeneinander anentsteht eine Raumladungszone, die Photovoltaik möglich macht. Auf die genauen Vorgänge wird im Folgenden eingegangen. Die Energie, bei dem die Wahrscheinlichkeit für die Besetzung mit einem Elektron genau 50 % beträgt, wird Fermienergie  genannt. Bei undotierten Halbleitern liegt die Fermienergie ca. in der Mitte der Bandlücke. 

n-Dotierung: 

Will man Silizium n-Dotieren, müssen Phosphor-Atome eingesetzt werden (Abb. 4). Dadurch bleibt der Stoff weiterhin neutral geladen, aber es liegen zusätzliche, frei bewegliche Elektronen vor, da Phosphor ein Valenzelektron mehr als Silicium hat. 

Werden dem Halbleiter durch n-Dotierung zusätzliche Elektronen hinzugefügt, ändert sich das Ladungsgleichgewicht im Halbleiter. Die zusätzlichen Elektronen können leicht ins Leitungsband angeregt werden, weswegen sich der energetische Punkt, an dem die Besetzungswahrscheinlichkeit für Elektronen und Löcher 50 % beträgt, näher an das Leitungsband verschiebt. Die Fermienergie wandert also bei einer n-Dotierung in der Bandlücke nach oben (Abb. 6 n-dotiert Halbleiter). 

Abb. 4 n-Dotierung (https://www.leifiphysik.de/sites/default/files/2018/12/image/vereinfachung_n-halbleiter.svg) 

p-Dotierung: 

Bei der p-Dotierung werden in Silizium-Kristalle beispielsweise Bor-Atome eingesetzt. Daraus resultiert, dass an einigen Stellen (rote Atome in Abb. 5) Elektronen fehlen, da Bor ein Valenzelektron weniger hat als Silizium. Diese Stellen nennt man Löcher. Auch die Löcher bewegen sich, wenn eine Spannung angelegt wird. 

Die Verringerung der Elektronenzahl durch p-Dotierung hat eine Verschiebung der Fermienergie zu niedrigeren Energien (also in Richtung Valenzband) zur Folge (Abb. 6 p-dotierter Halbleiter). 

Abb. 5: p-Dotierung (https://www.leifiphysik.de/sites/default/files/2018/12/image/vereinfachung_p-halbleiter.svg) 

Raumladungszone: 

Die Löcher und Elektronen im dotierten Silizium rekombinieren, also die freien Elektronen füllen die Löcher, wenn man eine p-Dotierte und eine n-Dotierte Schicht nebeneinander montiert. Heißt: die n-Schicht verliert Elektronen, die p-Schicht verliert Löcher. Zwischen den Schichten entsteht eine Raumladungszone mit einem Pluspol auf n-Seite und einem Minuspol auf der p-Seite.  
 

Stromerzeugung: 

Abb. 6 Fermienergie in verschieden dotierten Halbleitern (Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit von Metallen & Halbleitern, Praktikum Materialwissenschaft I) 

Dadurch, dass sich im n-Halbleiter viele freie Elektronen und im p-Halbleiter viele Löcher befinden, gibt es Unterschiede im chemischen Potential der n- und der p-Zone. Durch diesen Unterschied entsteht ein Diffusionsstrom zwischen den beiden Zonen, wodurch sich die Bänder verbiegen und die Fermienergie sich anpasst (Abb. 6 pn-Kontakt). Dieser pn-Übergang ist die Raumladungszone, in der die Bänder gekrümmt sind. Dieser Potentialunterschied führt dazu, dass die Elektronen aus der n- Schicht in die p-Schicht fließen und die Löcher und Elektronen rekombinieren. Nun verbleiben in der n-Zone ortsgebundene positive Atomrümpfe und in der p-Zone ortsgebundene negative Ladungen, wodurch ein elektrisches Feld entsteht. ​

Abb. 7: Schematische Darstellung des p/n-Übergangs einer Solarzelle (https://www.leifiphysik.de/elektronik/halbleiterdiode/grundwissen/silizium-solarzellen) 

Die Solarzelle ist aufgebaut aus einer dünnen n-dotierten Schicht, dann der Raumladungszone und abschließend einer dickeren p-dotierten Schicht. Ob und unten sind jeweils Metallkontakte angebracht, die später mit einem Verbraucher verbunden werden können. 

Wenn nun Elektronen in der Raumladungszone angeregt werden und auf ein höheres Energieniveau springen, können sich die Elektronen dauerhaft von den Atomrümpfen ablösen, da es vom elektrischen Feld in der Raumladungszone beeinflusst wird. Das Elektron bewegt sich zur ortsfesten positiven Raumladung im n-dotierten Bereich, das positive Loch bewegt sich zur negativen Raumladung im p-dotierten Bereich. Es kommt also zu einer Ladungstrennung und somit einer Spannung, die bei einer Silizium-Solarzelle etwa 0,5 V beträgt. Diese Spannung ist an den Metallkontakten abgreifbar. 

Verbindet man die Metallkontakte der Solarzelle mit einem Verbraucher, so kann Strom fließen. Dabei bewegen sich die Elektronen durch die n-Schicht und gelangen in den äußeren Stromkreis. Die Löcher fließen durch die p-Schicht und werden durch die Elektronen, die über den äußeren Stromkreis zur p-Schicht fließen aufgehoben (Rekombination). Die durch das Licht entstandenen Elektron-Loch-Paare rekombinieren über den Stromkreis, da der Widerstand der zu durchdringenden n- bzw. p-Schicht und des äußeren Stromkreises kleiner ist als der Widerstand der Raumladungszone. 

Auf das Bändermodell bezogen werden die Elektronen angeregt und springen ins freie Leiterband. Dabei rutschen sie von dem energetisch höheren Bereich der Raumladungszone in den energetisch niedrigeren Bereich des Leitungsbandes der n-Schicht und werden dort von den Metallkontakten abgegriffen. Die Löcher wandern aus dem energetisch niedrigeren Bereich der Raumladungszone in den energetisch höheren Bereich der p-Schicht (Abb. 8) 

Abb. 8: Banddiagramm einer pn-Solarzelle mit offenen Klemmen, mit und ohne Beleuchtung, (Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit von Metallen & Halbleitern, Praktikum Materialwissenschaft I) 

Quellen: 

Der Text beruht primär auf den folgenden Quellen: 

(Lewerenz, Jungblut, S. 12, Kapitel 2.2.1, 2.1.2 Gottstein, S. 447) Skript 1. Semester Leitfähigkeit (27.8.26) 

https://www.leifiphysik.de/elektronik/halbleiterdiode/grundwissen/p-n-uebergang-halbleiterdiode (27.8.26)

Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit von Metallen & Halbleitern Praktikum Materialwissenschaft I Fachgebiet Oberflächenforschung (27.8.26) 

https://www.leifiphysik.de/elektronik/halbleiterdiode/grundwissen/silizium-solarzellen (27.8.26)

Bildnachweise: 

Abb.1: (Lewerenz, Jungblut, S. 12, Kapitel 2.2.1, 2.1.2 Gottstein, S. 447) Skript 1. Semester Leitfähigkeit (27.8.26)  

Abb.2: Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit von Metallen & Halbleitern, Praktikum der Materialwissenschaft I, Wintersemester 2014/15, Fachgebiet Oberflächenforschung, TU Darmstadt, S. 7.    

Abb.3: ((Lewerenz, Jungblut, S. 12, Kapitel 2.2.1, 2.1.2 Gottstein, S. 447) Skript 1. Semester Leitfähigkeit (27.8.26) 

Abb.4: https://www.leifiphysik.de/sites/default/files/2018/12/image/vereinfachung_n-halbleiter.svg 

Abb.5: https://www.leifiphysik.de/sites/default/files/2018/12/image/vereinfachung_p-halbleiter.svg 

Abb.6: Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit von Metallen & Halbleitern, Praktikum Materialwissenschaft I 

Abb.7: https://www.leifiphysik.de/elektronik/halbleiterdiode/grundwissen/silizium-solarzellen https://www.leifiphysik.de/sites/default/files/2019/08/image/grundwissen_elektronik_halbleiterdiode_silizium_solarzellen_prinzipieller_aufbau_0.svg 

Abb.8: Temperaturabhängigkeit der elektrischen Leitfähigkeit von Metallen & Halbleitern, Praktikum Materialwissenschaft I 

Przemyslaw Spangenberg, Svenja Voit

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Interview mit Ignasi Burgues: Agri-PV und organische Solarzellen ../../../kurs-2/interview-ignasi-burgues/index.html ../../../kurs-2/interview-ignasi-burgues/index.html Thu, 27 Aug 2026 19:00:46 +0000 ../../../index.html Dieses Interview wurde mit dem spanischen Materialwissenschaftler und Chemiker Dr. Ignasi Burgues geführt, welcher erneuerbare Energietechnologien, spezifisch Perowskit Solarzellen, organischen Solarzellen und Agri-Photovoltaik (Agri-PV), die landwirtschaftliche Nutzung der Solarenergie, untersucht. Er forscht zurzeit an der Universitat Politècnica de Catalunya in Barcelona Spanien und hat bisher in vier europäischen Ländern geforscht darunter auch an der FAU Erlangen-Nürnberg. Dabei hat er über 20 Publikationen veröffentlicht und ist Co-Erfinder von 3 Patenten in Verbindung mit organischen halbleitenden Polymeren. 

Das Interview wurde auf Englisch und per Videokonferenz geführt. Der Fokus des Interviews lag auf der Verbindung der organischen Solarzellen mit der Agri-Fotovoltaik.  

Das Interview begann damit, dass er uns davon erzählte, wie seine Forschung zu Agri-PV anfing. Vor 5 Jahren gab es erste Ideen zur landwirtschaftlichen Nutzung von Solarzellen. 

Dabei wird versucht eine Möglichkeit zu finden unter Solarzellen landwirtschaftlichen Anbau von Pflanzen zu betreiben. Man steht vor dem Problem, dass bei herkömmliche Silizium Solarzellen die Pflanzen zu wenig Licht abbekommen würden, da sie unter den Solarzellen in deren Schatten wachsen würden. Deshalb muss man neue Technik erfinden, die das Sonnenlicht zur Energiegewinnung nutzt, aber gleichzeitig garantiert, dass die Pflanzen genug Sonnenlicht zum Wachsen bekommen. Daher werden organische Materialien genutzt, welche transparent sind, was eine kombinierte Nutzung der Fläche ermöglicht. Insgesamt ist das Ziel laut Herr Burgues gar nicht die Silizium Solarzellen auf dem Markt zu ersetzen. Sondern ist mehr Möglichkeiten für den Einsatz von Solarzellen zu bieten, an denen die herkömmliche Technik nicht anwendbar ist. 

Es gibt viele verschiedene mögliche organische Polymere, die genutzt werden können. Dabei werden mindestens zwei Polymere kombiniert, um sich an die Bedürfnisse der spezifischen Pflanze anzupassen. Dies ermöglicht, dass spezifische Lichtspektren die transparente Solarzelle durchdringen und die Pflanze erreichen und andere zur Stromgewinnung genutzt werden. Ein verwendetes Material ist zum Beispiel die Kohlenstoff Modifikation Fulleren.  

Die idealen Lichtspektren zum Wachstum sind noch nicht für alle Pflanzenarten erforscht, was die Forschung erschwere. Bei einer Studie wurden über 30 verschiedene Polymere an verschiedenen Pflanzen getestet, welche mehr oder weniger gut funktioniert haben. Dabei gab es auch schon einige erfolgreiche Testprojekte, wie ein Projekt in Südspanien, wo Schutznetze von Apfelbäumen durch dünne Schichten aus den Solarzellen ersetzt wurden. Dr. Burgués erwartet, dass in Zukunft die Solarzellen weiter etabliert werden. Dabei besteht die Möglichkeit bei den großen Gewächshäusern im Süden Spaniens eine Anwendung zu finden. 

Auch wenn die organische Alternative zu herkömmlichen Solarzellen zahlreiche Vorteile bietet, sie sich bisher nicht sehr erfolgreich auf dem Markt für erneuerbare Energien etablieren kann, wie Dr. Burgués analysiert. Noch überwiege bei vielen Landwirten oder potenziellen Kunden die Skepsis, was möglicherweise auch am hohen Preis liegen könnte. Zudem werde die neuartige Technologie trotz erster erfolgreicher Testprojekte in Südspanien bisher nicht ausreichend von der (europäischen) Politik gefördert, was eine zusätzliche Hemmung des Entwicklungsprozesses darstellt. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die Technologie in Zukunft ein guter Zusatz zur derzeitigen Solartechnik wird. Wenn die Nachfrage an Agri-PV wächst und die Technik so in größerem Maße hergestellt wird und dann auch günstiger werden kann. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass es wichtig ist, die organischen Solarzellen weiter zu erforschen, um sie in Zukunft für die Landwirtschaft nutzbar zu machen und so neue Anwendungsbereiche für Solartechnik zu schaffen. Insgesamt wurden schon einige Erfolge verbucht und man ist auf dem richtigen Weg, die richtigen Polymere für die verschiedenen Pflanzen zu finden. 

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Interview mit Dr. Tom Smolinka: Elektrolyse und Wasserstoffinfrastruktur ../../../kurs-2/elektrolyse-und-wasserstoffinfrastruktur-interview-mit-dr-tom-smolinka/index.html ../../../kurs-2/elektrolyse-und-wasserstoffinfrastruktur-interview-mit-dr-tom-smolinka/index.html Thu, 27 Aug 2026 13:00:00 +0000 ../../../index.html Als Abteilungsleiter in den Bereichen Elektrolyse und Wasserstoffinfrastruktur am Fraunhofer ISE beschäftigt sich Tom Smolinka mit den verschiedensten Elektrolysearten der Wasserstofferzeugung. In einer halben Stunde beantwortete er geduldig und detailliert die Fragen zu seinem Forschungsgebiet und bot dem Interviewteam einen wertvollen Einblick in die Entwicklung der Wasserstoffherstellung.

Aus historischen Gründen forscht das Fraunhofer ISE in erster Linie zur PEM-Elektrolyse: Eine feste, protonendurchlässige Membran trennt die Anode von der Kathode. Vorteile der im sauren Milieu stattfindenden Elektrolyse der Elemente von Wasser sind ihre kompakte und robuste Bauform sowie die hohe Leistungsdichte. Aufgrund der hohen Kosten konnte sie sich aber noch nicht nachhaltig auf dem Markt etablieren. Auch die AEM-Elektrolyse befindet sich unter Smolinkas Leitung in den Startlöchern der Forschung: Sie weist ähnliche Eigenschaften auf wie die PEM-Elektrolyse und benutzt günstigere, weniger korrosive Materialien in einem basischen Milieu, um Wasserstoff und Sauerstoff zu gewinnen.

Um den Wasserstofftransport in größerem Maßstab zu stemmen, sei ein breiter Ausbau der Infrastruktur notwendig. Hierbei spielt es laut Smolinka vor allem eine essenzielle Rolle, wie der Energieträger in der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft wahrgenommen wird. Es bestehe auf nationaler und auf europäischer Ebene die gesellschaftliche Einigkeit, dass Wasserstoff für die Energiewende notwendig wäre. Allerdings sei auch klar, dass noch viel Entwicklung stattfinden wird. Mangelnde Planungssicherheit für Unternehmen führe ihm zufolge zu einem bisher verhaltenen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur. Nichtsdestotrotz ist er davon überzeugt, dass langfristig kein Weg an Wasserstoff als grünen, stofflichen und wirtschaftlichen Energieträger vorbeiführen wird – auch wenn es nicht als einzige Technologie auf dem Markt existieren werde. Da Unternehmen bis dato zurückhaltend investieren, wird die Forschung zu bis zu 50 % von der Politik subventioniert.

Zu Ende des Interviews fokussierte sich das Gespräch noch auf das OffsH2ore-Projekt des Fraunhofer ISE, welches 2022 unter der Leitung von Herrn Smolinka durchgeführt wurde. Die Grundidee sei es, mithilfe des durch Offshore-Windrädern erzeugten Stroms direkt auf dem Meer Wasserstoff zu erzeugen. Hier soll die PEM-Elektrolyse eine Rolle spielen. Das Problem seien allerdings die sehr hohen Wartungskosten einer Reparatur einer Anlage auf dem Wasser und der hohe eigene Investitionsaufwand im Generellen bei Wasserstoffprojekten, der trotz staatlicher Zuschüsse weiter für Unternehmen besteht. Auch wenn die Umsetzung schon theoretisch möglich ist, ist die Forschung zur Kostenminimierung von Wasserstoff aus Offshore-Projekten noch nicht abgeschlossen.

Tom Smolinka bot dem Interviewteam des Kurses 1.2 einen sehr interessanten und zukunftsorientierten Blick in seine Forschung sowie Projekte. Vielen Dank!

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